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Zürich (awp) - Die Nestlé SA publiziert am Mittwoch, 11. August, das Geschäftsergebnis zum ersten Halbjahr 2010. 12 Analysten haben dazu folgende Prognosen:
H1 2010E*
(in Mio CHF) AWP-Konsens H1 2009A*
Umsatz 51'465 48'313
Operatives Ergebnis 6'573 6'660
(in %)
Organ. Wachstum 5,9 3,4
RIG 4,3 0,1
* (Kerngeschäft Nahrungsmittel und Getränke, ex Alcon)
FOKUS: Der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller dürfte laut Analysten ein solides Halbjahres-Ergebnis präsentieren - dies lassen auch die bereits veröffentlichten Zahlen der Konkurrenz erwarten. Nach einem überraschend hohen organischen Wachstum von 6,1% (ex Alcon) im ersten Quartal ist das zweite Quartal gemäss den Analysten-Schätzungen in ähnlichem Ausmass ausgefallen. Nestlé könnte denn auch den Ausblick für das organische Wachstum 2010 (siehe auch Rubrik Ziele) auf 5-6% (gemäss Nestlé-Modell) erhöhen, meinen gewisse Analysten. Auch die Margen sollten sich in der Berichtsperiode gut entwickelt haben. Allerdings dürfte das zweite Halbjahr wegen der höheren Vorjahresraten, aber auch wegen der möglichen Konjunkturabschwächung bzw. höheren Rohstoffpreise einiges herausfordernder werden. Einige Konkurrenten haben sich denn auch relativ vorsichtig bezüglich zweitem Halbjahr geäussert und die Aktienkurse haben sich entsprechend entwickelt. Auch die Nestlé-Aktie hat gegenüber dem Zwischenhoch am 23. Juli rund 5% eingebüsst, währenddem der SMI in der gleichen Zeit rund 3% zugelegt hat. Neben den Zahlen und Aussichten dürften aber auch andere Themen wie Aktienrückkauf, Akquisitionen, L'Oréal-Beteiligung, Nespresso etc. (siehe Rubrik Pro Memoria) mit Interesse verfolgt werden.
ZIELE: Nestlé bestätigte im April anlässlich der Veröffentlichung der Erstquartalszahlen und zuletzt Ende Juni anlässlich eines Investorentages den bestehenden Ausblick für das Gesamtjahr 2010. Dementsprechend erwartet der Konzern für 2010 ein höheres organisches Wachstum des Geschäfts mit Nahrungsmitteln und Getränken als 2009 (3,9%) sowie eine weitere Verbesserung der EBIT-Marge bei konstanten Wechselkursen. Finanzchef Jim Singh sagte ausserdem an der Investoren-Konferenz, dass 2010 nicht nur die Margen (gemäss Nestlé-Modell), sondern auch der Gewinn pro Aktie (EPS) der Gruppe (inkl. Alcon) gegenüber 2009 höher sein dürfte.
PRO MEMORIA (diverse Themen):
Rohstoffpreise: Bezüglich Inputkosten wurden am Investorentag frühere Aussagen wiederholt, wonach diese im laufenden Jahr im Vergleich zu 2009 um 2-3% höher sein dürften. Es wäre laut gewissen Analysten allerdings nicht überraschend, wenn Nestlé wegen der zuletzt stark gestiegenen Rohstoffpreise (u.a. Kakao, Weizen etc.) diese Guidance etwas erhöhen würde.
Akquisitionen: In Bezug auf Übernahmen hat sich nach dem Rest-Verkauf von Alcon Anfang Jahr (Abschluss im dritten oder vierten Quartal 2010 erwartet) und dem kurz darauf folgenden Kauf der Tiefkühlpizzasparte von Kraft Foods für 3,7 Mrd USD nicht mehr viel getan. Zuletzt gab es lediglich eine kleinere Übernahme im Bereich Medical Nutrition. Der Kauf der englischen Firma Vitaflo, die Produkte für Patienten mit vererbten Stoffwechselkrankheiten herstellt, und einen Jahresumsatz von rund 40 Mio CHF erzielt, wurde Anfang August bekannt gegeben. Wie Nestlé aber immer wieder betont, stehen jedes Jahr 2 bis 3 Mrd CHF für Akquisitionen zur Verfügung.
Emerging markets: Nestlé hat anlässlich der Investorentages auch die Bedeutung des Geschäftes in den aufstrebenden Märkten hervorgestrichen und wiederholt, dass in den Emerging bis 2020 ein Umsatzanteil von 45% erzielt werden soll. Im Jahre 2000 waren es noch 28%, in diesem Jahr dürften es rund 35% sein. Die Bedeutung zeigt sich auch an den geplanten Investitionen in den dortigen Märkten. So soll von 2010 bis 2012 1,5 Mrd CHF in den BRIC-Staaten, 2 Mrd in Asien, 1 Mrd in Afrika und 1,6 Mrd in Lateinamerika investiert werden.
Aktienrückkäufe: Nestlé hat sein letztes Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 25 Mrd CHF im Juni abgeschlossen und gleichzeitig das im letzten Januar angekündigte neue Programm über 10 Mrd CHF bestätigt. Dieses sollte im Verlauf des Jahres 2011 abgeschlossen werden. Angesichts der grossen Einnahmen aus dem Alcon-Verkauf würde ein weiteres Programm daran anschliessend nicht überraschen.
Nespresso: Nestlé hat in jüngster Zeit auf die Konkurrenz bei Kaffeekapseln bzw. für Nespresso reagiert. In Frankreich etwa wurde im Juni eine Klage gegen die amerikanische Sara Lee-Gruppe wegen Verletzung des Urheberrechts eingereicht. Nestlé werde alle Möglichkeiten nutzen, um das geistige Eigentum zu schützen, hiess es von Nestlé-Seite dazu. Sara Lee hatte Ende März angekündigt, eigene Kapseln zu lancieren, die mit jenen von Nespresso vergleichbar seien. Das Nespresso-Kaffeesystem, das Kaffeemaschinen und Aluminiumkapseln umfasst, wird von über 1'700 Patenten geschützt. Ausserdem wurde das Schweizer Unternehmen Ethical Coffee Company, das die Kapseln für die französische Supermarktkette Casino herstellt, ebenfalls wegen Patentrechtsverletzung verklagt. Casion zeigte sich Ende Juni äusserst zufrieden mit dem Verkauf der Kapseln. Einen Monat nach Beginn des Verkaufs in der Pariser Region seien diese "das meistverkaufte Produkt in unseren Filialen", sagte Casino-Chef Jean-Charles Naouri damals der französischen Zeitung "Figaro".
L'Oréal: Der Familienstreit zwischen Liliane Bettencourt und ihrer Tochter Françoise Bettencourt-Meyers stellt die Frage nach der Kontrolle des französischen L'Oréal-Imperiums neu. Nestlé, Grossaktionär des zweitgrössten Kosmetikkonzerns der Welt, hegt laut Analysten im Moment aber kaum Übernahmegelüste. Liliane Bettencourt und ihre Anwälte haben die Spekulationen um die Nestlé-Beteiligung angefacht: Sie warfen der Tochter vor, in Wahrheit die Kontrolle über den mit 47 Mrd EUR Börsenwert und 65'000 Mitarbeitern ausgestatteten Konzern an sich reissen und dann die Anteile an Nestlé weiterverkaufen zu wollen. Françoise Bettencourt-Meyers hat dies stets vehement dementiert. Nestlé-Chef Paul Bulcke hat aber jüngst betont, dass er den Status Quo beibehalten wolle. Nestlé und der Bettencourt-Clan sind durch den Vertrag gebunden, der besagt, dass frühestens sechs Monate nach Liliane Bettencourts Tod die Anteile erhöht werden können. Ausserdem haben die Bettencourts und Nestlé bis 2014 ein Vorkaufsrecht, sollte eine der Parteien Anteile verkaufen wollen.
Homepage: www.nestle.com
sig/uh

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