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Zürich (awp) - Der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller Nestlé publiziert am Freitag, 15. April die Umsatzzahlen zum ersten Quartal 2011. Analysten haben dazu folgende Prognosen:
Q1 2011E
In Prozent AWP-Konsens Q1 2010A
Organisches Wachstum 5,8 6,1*
Mengenwachstum (RIG) 3,7 4,5
*Kerngeschäft (ex Alcon)
FOKUS: Analysten erwarten ein solides organisches Wachstum für das Berichtsquartal im Rahmen der üblichen Zielgrösse von Nestlé (5-6%), die höchsten Schätzungen gehen gar bis 6,5%. Die Preiskomponente, die zusammen mit der Mengenkomponente das organische Wachstum bildet, dürfte dabei allerdings höher ausfallen als in den letzten Quartalen bzw. im Gesamtjahr 2010. Gemäss AWP-Konsens erwarten Analysten im Durchschnitt mit Preiserhöhungen von 2,1%, dies nach 1,8% im vierten Quartal bzw. 1,6% im Gesamtjahr 2010. Laut Berechnungen der ZKB müsste Nestlé aufgrund der höheren Inputkosten die Preise für 2011 um 2,4-2,9% erhöhen. Entsprechend dürfte der Fokus der Beobachter bei der Zahlenbekanntgabe stark auf den Aussagen zur erwarteten Entwicklung bei Rohstoffen und Inputkosten sowie den damit zusammenhängenden Preiserhöhungen sein (siehe Rubrik PRO MEMORIA).
Der starke Schweizer Franken wird einen deutlichen Effekt auf die Umsatzzahlen in Franken haben. Die ZKB geht für das Berichtsquartal von -9,7% aus, was der stärkste Währungseffekt für Nestlé seit dem ersten Halbjahr 2003 wäre. Sollten die Währungen auf dem Niveau des ersten Quartals bleiben, würde sich der Effekt im zweiten Quartal gar noch vestärken (Schätzung ZKB -11,5%).
ZIELE: Nestlé gab sich bei der Bekanntgabe der Jahreszahlen 2010 Mitte Februar recht optimistisch für den Geschäftsverlauf: "Wir starten mit anhaltender Dynamik ins Jahr 2011 und sind gut aufgestellt, um kommenden Unwägbarkeiten, inklusive schwankender Rohstoffpreise, entgegenzutreten", hiess es etwa. Man sei deshalb zuversichtlich, auch 2011 das Nestlé-Modell (organisches Wachstum 5-6%, Verbesserung der EBIT-Marge bei konstanten Wechselkursen) umsetzen zu können.
PRO MEMORIA (diverse):
Inputkosten: Der Konzern erwartet (Stand Mitte Februar) dieses Jahr aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise (z.B. Kakao, Kaffee, Weizen, Verpackungsmaterial etc.) zusätzliche Input-Kosten in der Grössenordnung von 2,5 bis 3 Mrd CHF. Bei Gesamt-Inputkosten von rund 30 Mrd CHF entspricht dies einem Plus von 8-10% (2010 ca. +3%). Laut Finanzchef Singh wird es Preiserhöhungen geben. Diese würden aber nicht genereller Natur sein, sondern je nach Produktkategorie. Nestlé will aber weiter auch mit Einsparungen und Effizienzgewinnen auf die höheren Kosten reagieren. 2011 werden Einsparungen von rund 1,5 Mrd CHF erwartet, wie Finanzchef Jim Singh im Februar sagte.
Aktienrückkauf: Derzeit läuft noch ein Rückkauf-Programm über 10 Mrd CHF, bei dem derzeit (per 4.4.) Aktien für knapp 7,5 Mrd zurückgekauft sind. Über ein mögliches neues Aktienrückkauf-Programm werde der Verwaltungsrat entscheiden, wenn das laufende vorbei ist, "möglicherweise zum Halbjahr", sagte Singh dazu im Februar.
Zukäufe: "Wir werden auch dieses Jahr kleinere Akquisitionen rund um die Welt sehen", sagte Singh im Februar. Als bevorzugte Bereiche für Zukäufe nannte er etwa die Division Nutrition.
Aktienkurs: Der Aktienkurs von Nestlé stand zuletzt wegen der Währungs- und der Rohstoffkosten-Entwicklung stark unter Druck, das Papier notiert derzeit knapp 4% unter dem Schlusskurs von Ende 2010 (SMI: -1,0%), gegenüber dem Höchst von Ende November sind es gar -7,5%. Laut ZKB liegt das 12-Mte-KGV mit 15,7x um 1% unter dem historischen Durchschnitt, versus dem SPI besteht aber noch immer ein Prämie von 30% verglichen mit einem historischen Abschlag von 5%.
Nespresso: Der Streit um Kaffeekapseln zwischen Nespresso und Denner kommt wahrscheinlich vor das Bundesgericht. Nespresso will ein Urteil des St. Galler Handelsgerichts nicht hinnehmen und plant einen Rekurs. Das Gericht hatte Anfang März ein superprovisorisch verfügtes Verkaufsverbot von Denner-Kaffeekapseln aufgehoben. Somit ist es dem Discounter wieder erlaubt, seine billigeren Kapseln anzubieten, währendem die eigentliche Klage vom Handelsgericht behandelt wird. Auch mit anderen Konkurrenten läuft ein erbitterter Streit um die Kapseln. Nestlé hat mit der Prestige-Marke letztes Jahr 3,2 Mrd CHF umgesetzt.
L'Oréal: Kaum Neuigkeiten werden zur Grossbeteiligung am französischen Kosmetikkonzern erwartet. Nestlé-CEO Paul Bulcke hat zuletzt immer wieder bestätigt, dass man bezüglich der 30%-Beteiligung am Status Quo festhalten will.
IFRS: Der Nahrungsmittelkonzern wird ab diesem Geschäftsjahr 2011 die Umsätze gemäss IFRS berichten. Diese Änderung wird laut Nestlé den berichteten Umsatz um rund 15% verringern, da Ausgaben wie Ermässigungen sowie einige Zulagen und Aktionen für den Handel zukünftig von den Umsatzerlösen abgezogen werden. Dies wird zu einer entsprechenden Erhöhung der Gewinnmargen führen, wird jedoch keinen Einfluss auf die absolute Höhe von Reingewinn, Gewinn pro Aktie, Cash Flows oder auf Elemente der Konzernbilanz haben.
ab/sig/uh

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