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Zürich (awp) - Die UBS veröffentlicht am Dienstag, 26. April, das Geschäftsergebnis zum ersten Quartal 2011. 13 Analysten haben dazu folgende Schätzungen:
Q1 11E
In Mio CHF AWP-Konsens Q4 10A Q1 10A
Konzernergebnis 1'692 1'663 2'202
Gewinn vor Steuern
-Konzern 2'112 1'214 2'810
-Investment Bank 751 100 1'190
-WM 566 462 696
In Mrd CHF
Nettoneugeld 10,1 7,1 -18,0
Verwaltete Vermögen 2'180 2'152 2'267
FOKUS: Die Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Schweizer Grossbank mit dem ersten Quartal 2011 den Turnaround definitiv geschafft hat und zur "Normalität" zurückgekehrt ist. Entsprechend werden gegenüber dem Vorquartal weitere Ergebnisfortschritte erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr dürfte das Geschäftsergebnis insgesamt aber bescheidener ausfallen, da sich die Marktbedingungen 2011 nach einem vergleichsweise guten Start im Januar im Februar und März nicht mehr so vorteilhaft entwickelten wie im insgesamt sehr starken ersten Quartal 2010.
Die Investment Bank und insbesondere deren Einheit Fixed Income, Currencies and Commodities (FICC) hatten im Vorjahr eine starke Performance gezeigt. Aufgrund der erwähnten Marktverhältnisse erwarten die Marktteilneher, dass die Investment Bank im erste Quartal 2011 gegenüber dem vierten Quartal 2010 zwar Fortschritte gemacht, das Vorjahresresultat aber nicht erreicht hat. Die Erträge im FICC dürften noch weit vom mittelfristigen Ziel von 2,0 Mrd CHF entfernt liegen. Die vergangenen Quartale haben indes gezeigt, dass die Analysten notorische Schwierigkeiten haben, die Ertragsentwicklung der Investment Bank richtig einzuschätzen.
Von der Vermögensverwaltungs-Sparte, dem Wealth Management (WM), erwarten die Analysten wieder einen grösseren Zufluss neuer Kundengelder: Im vierten Quartal 2010 war der Zustrom fast vollständig versiegt, nachdem im dritten Quartal erstmals seit mehreren Jahresvierteln 1,0 Mrd CHF neue Kundengelder akquiriert werden konnten.
Zudem rechnen die Analysten im WM mit einer weiteren Verbesserung der Profitabilität. Die Bruttomarge dürfte sich weiter dem von der UBS anvisierten Ziel von 100 Basispunkten (BP) annähern; im vierten Quartal 2010 belief sich die Bruttomarge auf 92 Bp und im ersten Quartal 2010 auf 93 Bp. Da sich im ersten Quartal 2011 der Euro gegenüber dem Franken wieder etwas aufgewertet hat, dürfte sich auch die Vermögensbasis gegenüber dem Vorquartal wieder verbessert haben.
Auf Konzernstufe steht der Gewinn vor Steuern im Fokus des Interesses, da der Reingewinn aufgrund der hohen latenten Steuergutschriften, die die Bank wegen der hohen Verlustvorträge in den USA vornehmen kann, wenig aussagekräftig ist.
ZIELE: Das Management zeigte sich zuletzt vorsichtig optimistisch bezüglich 2011. Der Jahresstart sei gelungen und die Abflüsse von Kundengeldern hätten gestoppt werden können, sagte CEO Oswald Grübel in einem Interview Anfang März. Konkretere Aussagen zum Ausblick machte Grübel wie schon anlässlich der Veröffentlichung des Geschäftsergebnisses 2010 im Februar nicht.
Der CEO bestätigte aber die bisherigen mittelfristigen Ziele. Die UBS strebt bekanntlich in einem Zeitraum von vier Jahren einen Vorsteuergewinn von rund 15 Mrd CHF an. Gleichzeitig will die Bank eine Cost/Income-Ratio von 65 bis 70% und eine Eigenkapitalrendite (RoE) von 15 bis 20% erarbeiten.
Offenbar sind diese Ziele aber nicht mehr in Stein gemeisselt und stehen, da sie noch vor dem neuen Regelwerk Basel III gesetzt wurden, derzeit auf dem Prüfstand. VR-Präsident Kaspar Villiger sagte Mitte März in einem Interview, dass die Unternehmensleitung derzeit die Strategie überdenke. Dies könnte allenfalls Änderungen der internen Finanzpläne zur Folge haben. "Dann werden wir sehen, ob die 15 Mrd CHF Bestand haben", so Villiger.
Die zusätzlichen Kapitalerfordernisse führen gemäss Villiger zu einem ernsthaften Wettbewerbsnachteil für die UBS. Die Grossbank könnte deswegen gezwungen sein, zu schrumpfen oder gewisse Geschäfte anderswo zu tätigen, sagte der VR-Präsident im erwähnten Interview.
Die Bank will nach vier Kapitalerhöhungen während der Finanzkrise auf eine weitere solche Mittelbeschaffung verzichten. Deshalb sollen die neuen Regulierungsvorschriften (Too-big-to-fail Gesetzesvorlage, Basel III) bezüglich Eigenmittelunterlegung durch einbehaltene Gewinne erfüllt werden. Für die Aktionäre bedeutet dies auf absehbare Zeit einen Verzicht auf Dividende.
PRO MEMORIA: Am 20. April 2011 schickte der Bundesrat die Botschaft zur Änderung des Bankengesetzes (Too-Big-to-fail Problematik) zur Verhandlung ins Parlament. Im wesentlichen behielt der Bundesrat die Stossrichtung des Entwurfs der Expertenkommission bei. Danach müssen die beiden Grossbanken UBS und CS unter anderem ihre Aktiven mit bis zu 19% Eigenkapital unterlegen. Nach dem Standard Basel III sind nur 10,5% nötig.
Das UBS passte Mitte März den Jahresgewinn 2010 nach oben an. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn fiel mit 7'534 Mio CHF um 373 Mio CHF höher als am 8. Februar gemeldet aus. Grund für die Abweichungen sind Anpassungen, die nach der Publikation der Zahlen vorgenommen wurden.
Das diesjährige Geschäftsergebnis wird durch eine Busse von 2,5 Mio CHF sowie Entschädigungszahlungen von 8,3 Mio CHF auf Grund einer Verfügung der US-Selbstregulierungsbehörde der Wertschriftenhändler (FINRA) belastet. Die FINRA begründete ihre Verfügung Mitte April damit, dass die Schweizer Grossbank Investoren beim Kauf von Papieren der Bank Lehman Brothers nicht korrekt informiert hat.
Das Thema US-Kunden wird die UBS wie alle andern Banken weiter beschäftigen. Denn bis 2013 soll FATCA (Foreign Accounts Tax Compliance Act) in Kraft treten. Dabei werden ausländische Finanzinstitute mit dem IRS eine Vereinbarung unterzeichnen müssen, womit sie sich verpflichten, der Steuerbehörde alle Konti von amerikanischen Steuerpflichtigen offenzulegen, über die sie indirekt oder direkt verfügen. Da noch um die Anwendungsbestimmungen gekämpft wird - unklar ist z.B. wer unter den Begriff "US Person" fällt - kann noch nicht genau abgeschätzt werden, welche Konsequenzen sich daraus für die Banken ergeben werden.
Homepage: www.ubs.com
sig/gab

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