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Autosalon Genf: Scheinwerfer voll auf Leistung

Blick über eine der Palexpo-Hallen wo der Auto-Salon stattfindet.

(Keystone)

Vom 1. bis 11. März zeigen am 71. Genfer Autosalon rund 300 Aussteller ihre Autos und was dazugehört. Obwohl zahlreiche Premieren angesagt sind, ist es ein Salon ohne eindeutige Trends. Fahrspass ohne gesellschaftliche Nebengeräusche und mit viel elektronischem Schnickschnack ist angesagt.

Obwohl es in der Automobil-Industrie Turbulenzen gibt - man denke nur an die mehr oder weniger geglückten Fusionen - der Konsument merkt am Genfer Automobil-Salon nichts davon. Ihm sitzt das Geld locker in der Tasche; die Branche zeigt sich so von der glanzvollen Seite. Gesellschaftliche Nebengeräusche - wie Umwelt, Benzin-Verknappung oder Verkehrsinfarkt und Unfalltote - sind nicht auszumachen. Die Autos sind zum Kaufen und Fahren da. Stürze Dich rein ins Angebot, man gönnt sich sonst ja nichts, dies scheint das Motto zu sein.

Der Jungbrunnen

Auffallend: Kaum ein Hersteller, der nicht ein flippiges, auf jung getrimmtes Fahrzeug prominent auf der teuren Ausstellungs-Fläche präsentiert. Alle wollen sich ein jugendliches Image geben. Der Roadster oder das Cabriolet dienen dazu. Vor allem weibliche Models drapieren das Ganze. Und wer dann schliesslich älter wird aber reich bleibt, dem werden mit Rolls Royce, Lamborghini, Porsche und Ferrari etc. die entsprechenden Angebote bereitgestellt.

Der junge, urbane und reiche Investmentbanker wird angesprochen und damit all diejenigen, die sich auch dafür halten. Die Autos sind kompakt, sehen gut aus und sind eher teuer. Die Autohersteller entwickeln Produkte in alle Richtungen. Die Autos werden höher, 1,4 bis 1,5 Meter hoch. Noch immer findet jeder und jede sein Auto. Und: die Elektronik dominiert immer mehr die Technik, aber auch das "Cockpit", wo sich die Bedienungstasten rapide vermehren.

Neuheiten

Mehr als 100 Welt- oder Europapremieren nennt das offizielle Bulletin. Der einzige alljährliche Autosalon in Europa profiliert sich denn auch jedes Jahr mit dieser imposanten Zahl. In Tat und Wahrheit wirkt die Ausgabe 2001 eher konservativ: Normale Modelle die überarbeitet, verlängert oder auf sportlich getrimmt wurden. Man zeigt Bewährtes - allerdings besser gestylt und auf Hochglanz poliert.

Ganz neu ist der Mini, die Retro-Variante des legendären Mini-Coopers. Ab Sommer ist er zu kaufen. Der Preis ist nicht bekannt. Er dürfte aber um die 25'000 Franken und höher liegen. Das Auto lässt den ehemaligen Mini erahnen, der Tacho ist - wie früher - in der Mitte platziert, das Fahrwerk ist hart wie damals. Nur: der Mini ist grösser geworden.

Weiter kann man erstmals die Modelle des indischen Herstellers TATA begutachten. Ab Automobilsalon werden diese in der Schweiz erhältlich sein. Renault zeigt uns seinen fünftürigen Vel Satis, mit gewöhnungsbedürftigem Aussehen und man fragt sich, was Renault damit will. Dazu eine ganze Menge sogenannter "Concept Cars" - (vielleicht) die Autos von morgen!

Diesel wird zum Thema

Diesel-Treibstoff ist in der Schweiz teurer als Benzin. Nur knapp zehn Prozent fahren einen Diesel. Diesel russt und stinkt. Die Diskussion, ob die Abgase (genauer die Russpartikel) krebserregend sind oder nicht, ist nicht vestummt. Nun kommt Leben in die Geschichte: Der "Dieselkat" ist in Reichweite gerückt.

Peugot hat ihn - so sagt es wenigstens Rolf Studer, Pressedirektor bei Peugot. Gemäss Studer sammelt der patentierte Partikelfilter die Russteile, verbrennt sie alle 800 Kilometer in einem speziellen Behälter bei rund 500 Grad. Das ganze System hat eine Lebensdauer von etwa 80'000 Kilomtern. Die Abgase sind russfrei. Damit wird der "Diesel", dank des geringeren Verbrauchs in der Schweiz zum Thema.

Hybrid

Eine andere wirkliche Neuheit im technischen Bereich kann man bei Toyota finden. Der Hybrid "Prius", der nun auch in der Schweiz erhältliche Fünfplätzer. Er fährt sowohl elektrisch, wie auch mit Benzin. Die Elektronik regelt, wann welcher Antrieb eingesetzt wird. Wie Oswald Cron, Managing Director bei Toyota Schweiz gegenüber swissinfo sagte, braucht der Wagen durchschnittlich etwas mehr als fünf Liter Treibstoff. Er laufe problemlos, koste aber rund 5'000 Franken mehr als das herkömmliche gleiche Modell. Ist der Konsument bereit diesen Mehrpreis für die Umwelt zu bezahlten? Am Autosalon ist man skeptisch. Umwelt ist beim Autofahrer zur Zeit kaum ein Thema.

Dafür die Elektronik

Da sitzt der Besucher also im Alfa Romeo und lässt sich das Navigations-System erklären. Wie kommt er vom Palexpo nach Carouge bei Genf? Nach rund 15 Klicks erscheint auf dem Display eine Route. Eine Stimme sagt ihm: "nach 500 Meter rechts abbiegen!"

Nebenbei kann der Fahrer - mit Freisprechanlage und etlichen Klicks mehr - noch eine Zentrale in Mailand aufrufen. Diese treibt eine deutschsprechende Person auf, denn der Kunde will wissen, wo es in der Nähe des Austellungs-Geländes ein gutes chinesisches Restaurant gibt. Nach rund zehn Minuten erscheint tatsächlich das "Kanton-Dragon" auf dem Display.

Kann das alles genutzt werden?

Elektronik unterstützt in immer mehr Bereichen den Fahrer, die Fahrerin. Damit hat der Lenker, die Lenkerin nichts zu tun. Das geht von Fahrhilfe in Extrem-Situationen bis hin zur elektronischen Überwachung des Reifendruckes.

Daneben wächst die Zahl der Tasten, die es zu bedienen gilt in beängstigendem Ausmass. Navigations-Systeme werden wohl bald serienmässig sein. Michael Krämer, der Sprecher der DaimlerChrysler Geschäftsleitung, sieht sogar Internet-Zugang, Börsenkurse, Navigation, Bestelldienste, UMTS etc. bald ins Auto einziehen. Die Jugend trete als Konsumentin auf den Markt. Für diese sei es kein Poblem das alles zu bedienen.

Sicher wird man auch problemlos die Bank anrufen können, um den Kredit zu beantragen, den es braucht, um das Auto zu kaufen. Die Zahl der fremdfinanzierten Wagen in der Schweiz nimmt nämlich rapide zu.

Urs Maurer, Genf


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