Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Baden (awp) - Die Axpo-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2009/10 (per 30. September) mehr Strom abgesetzt als im Vorjahr. Der Reingewinn ging dennoch zum dritten Mal in Folge deutlich zurück. Der Energiekonzern führt unter anderem den schwachen Euro, Projektausstiegskosten, regulatorische Entscheide im Inland und Abschreibungen als Gründe an.
Die Gesamtleistung des Konzerns lag mit 6'269 Mio CHF um 17% unter Vorjahresniveau. Der EBIT fiel um 37% auf 538 Mio CHF und der Reingewinn um 28% auf 409 Mio CHF, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.
STARK IM EURO-RAUM ENGAGIERT
"Wir sind stark im Euro-Raum engagiert", sagte CEO Heinz Karrer an der Bilanzmedienkonferenz. So habe der Zerfall des Euro allein das Finanzergebnis mit 65 Mio CHF belastet. Verwaltungsratspräsident Robert Lombardini resümierte, Axpo habe zwar den Versorgungsauftrag gut erfüllt. Die monetären Resultate seien aber unbefriedigend.
Beim Gewinn schlug im weiteren die Entwicklung bei der Axpo-Tochter EGL zu Buche. Wie bereits bekannt, hatte die Gesellschaft Belastungen durch den Ausstieg aus dem Kraftwerkprojekt Energy Plus in Italien, durch den Ausfall des französischen Kernkraftwerks Bugey, die tiefe Nachfrage nach Erdgas und den ertragsschwachen Energiehandel.
ABSCHREIBER BEI HOLZENERGIE
Auch fielen Wertkorrekturen bei der Axpo Holzenergie Gruppe an. Im Finanzbericht wird die Wertminderung mit 112,3 Mio CHF beziffert. Durch den Konkurs einer Grosssägerei hat das Holzkraftwerk Domat/Ems nicht nur einen Grossabnehmer verloren, es fällt auch ein Rohstofflieferant weg. Derzeit sei unklar, ob es eine Auffanggesellschaft geben werde, so Karrer.
Der Free Cashflow der Axpo sank um 83% auf 65 Mio CHF. Die Aktionäre sollen eine geringere Dividende von 2,20 CHF je Aktie nach 3,75 CHF im Vorjahr erhalten, was einer Ausschüttung von insgesamt 81 Mio CHF entspricht.
Der Energieabsatz im Versorgungsgebiet stieg um 4,3% auf 20'850 Mio Kilowattstunden (kWh). Aus Kernkraftwerken resultierte eine Produktion von 21'384 Mio kWh. Die hydraulische Produktion lag mit 7'990 Mio kWh leicht unter dem langjährigen Mittel. Grund waren laut Axpo geringere Niederschläge und tiefere Pegelstände der Flüsse. Die Strommenge aus neuen erneuerbaren Energien sank um 22,4% auf 184 Mio kWh, wegen der rückläufigen Produktion in Domat/Ems.
LINTH-LIMMERN AUF KURS
Im abgelaufenen Geschäftsjahr investierte Axpo 620 Mio CHF. Bei den Grossprojekten geht der Ausbau der Kraftwerke Linth-Limmern laut Management planmässig voran. Bei der Trans Adriatic Pipeline soll sich im Laufe des Jahres 2011 klären, ob Aserbaidschan Gaslieferant wird, nach der Sistierung des Vertrags mit dem Iran.
Nach der Einigung mit Alpiq auf das weitere Vorgehen bei den Ersatz-Kernkraftwerken rechnet Firmenchef Karrer damit, dass die Standortfrage bereits 2011 geklärt werden könnte. Derzeit sind mit Mühleberg, Beznau und Gösgen weiterhin alle drei möglichen Standorte im Rennen, gebaut werden sollen aber nur zwei Ersatz-Anlagen.
INVESTITIONEN IM BLICK
Trotz des zunehmenden Widerstands in der Bevölkerung will das Unternehmen die neuen erneuerbaren Energien ausbauen. Einzelne Investitionen würden aber überprüft und kurzfristig könne sich der Ausbau verzögern. Insgesamt will das Unternehmen bis 2030 eine Summe von 3 Mrd CHF investieren.
Da sich die Kapazitäten zur Stromerzeugung in Europa verknappen würden, dürften die internationalen Grosshandelspreise für Strom wieder leicht steigen, heisst es zum Ausblick. Allerdings rechnet der Stromkonzern mit einem weiterhin schwachen Euro. Das regulatorische Umfeld bleibe von Unsicherheiten geprägt, sagte CEO Karrer.
AUSBLICK VERHALTEN
Die Strompreiserhöhung per Anfang Januar 2011 trage den höheren Kosten der Stromproduktion und -beschaffung sowie der Teuerung nur zum Teil Rechnung, erklärte der Konzern. Axpo hatte den Strompreis in der Nordostschweiz um 1,2 Rappen pro kWh erhöht. Die Umsetzung weiterer Kostensenkungsmassnahmen sei unumgänglich, hiess es.
Axpo spricht von einem "sehr anspruchsvollen" Geschäftsjahr 2010/2011 und erwartet ein rückläufiges Ergebnis.
Der Konzern mit den Tochergesellschaften Axpo, CKW und EGL ist zu 100% im Besitz der Nordostschweizer Kantone.
cc/mk

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???