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Bald Bremsspuren in der Schweizer Konjunktur

Konjunkturverlauf mit sanfter Landung - nicht zuletzt dank dem resistenten Verhalten der Konsumenten.

(Keystone)

Die Schweizer Wirtschaft wird nach Erwartung der Ökonomen des Bundes in den kommenden beiden Jahren langsamer wachsen, jedoch nicht brüsk gebremst werden.

Für das laufende Jahr revidierte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die Voraussage in seiner am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturprognose noch einmal etwas nach oben.

Die Wachstumsrate der Schweizer Wirtschaft dürfte sich in den kommenden beiden Jahren auf unter 2% abschwächen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) rechnet für das kommende Jahr unverändert mit einem Wachstum von 1,9%.

Im Jahr 2009 dürfte das Bruttoinlandprodukt (BIP) noch um 1,7% zulegen, wie das Seco am Donnerstag mitteilte. Seco-Chefökonom Aymo Brunetti sprach von einer sanften Landung.


Im laufenden Jahr 2007 wächst die Wirtschaft gar besser als geschätzt: Das Seco rechnet mit einer BIP-Wachstumsrate von 2,8%. Noch im Oktober hatten die Ökonomen des Bundes ein leicht geringeres Wachstum von 2,6% vorausgesagt.

Kreditkrise glimpflich überstehen

Die Weltwirtschaft dürfte die anhaltende Kreditkrise glimpflich überstehen, schreibt das Seco in seiner Winter-Konjunkturprognose.

Als stützende Faktoren werden die gute Gewinn- und Bilanzlage der Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors sowie das hohe Beschäftigungsniveau in vielen Ländern genannt.

Für die USA zeigt sich das Seco weniger zuversichtlich. Dort werde die Wirtschaft noch einige Quartale unter der Immobilienkrise leiden. Zudem dürfte der private Konsum deutlich langsamer wachsen als in den vergangenen Jahren. Für 2008 rechnen die Experten des Bundes mit einem US-Wachstum von knapp 2%.

Auch im Euro-Raum dürfte die Konjunktur merklich an Schwung verlieren. Dank einer robusten Binnennachfrage bleibe das Wachstum jedoch solid.

Langsameres Schweizer Export-Wachstum

Für die Schweizer Wirtschaft erwartet das SECO für die beiden kommenden Jahre eine Verlangsamung bei den Exporten sowie bei den Ausrüstungsinvestitionen.

Dank der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt sei dagegen mit einem robusten Wachstum des Privatkonsums zu rechnen.

Die Zunahme der Beschäftigung in der Schweiz dürfte 2008 und 2009 jedoch nachlassen. Der Durchschnitt von 2,5% für das laufende Jahr schwächt sich den Experten zufolge zunächst auf 1,5% und 2009 auf 0,5% ab.

Die Arbeitslosenquote dürfte sich in den beiden Jahren bei durchschnittlich 2,5% einpendeln (2007: 2,8%).

Die Kreditkrise als Risiko

Die Auswirkungen der Kreditkrise auf die weltweite und insbesondere auch die Schweizer Konjunktur kann das Seco nach wie vor nur schwer einschätzen. Als mögliche Übertragungskanäle werden restriktivere Kreditkonditionen bei den Banken sowie pessimistischere Erwartungen von Unternehmen und Konsumenten genannt, die sich auf die Investitions-, Einstellungs- und Konsumpläne auswirken könnten.

Auch eine weitere Ausbreitung der Krise auf die Aktienmärkte sei nicht ausgeschlossen, schreibt das SECO. Gleichzeitig hätten jedoch einige Zentralbanken mit einer Lockerung der Geldpolitik zur Entspannung an den Finanzmärkten beigetragen.

Teuerung steigt vorübergehend

Die hohen Rohstoffpreise heizen zwar die Teuerung an. Dennoch betrachten die Seco-Experten die Inflationsgefahr als "eher begrenzt". Der intensive Wettbewerb auf vielen Märkten und die erwartete Konjunkturabkühlung dürften insbesondere bei den Rohstoffkosten preisdämpfend wirken.

Dennoch rechnet das SECO für 2008 mit einer deutlich höheren Teuerung. Nach 0,7% im laufenden Jahr soll Inflationsrate 2008 auf 1,6% zulegen, um 2009 wieder auf 1% zu sinken.

swissinfo und Agenturen

Fakten

BIP-Prognosen im Überblick (Wachstum in Prozenten 2007; 2008; 2009)

Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) 2,8; 1,9; 1,7

Schweizerische Nationalbank (SNB) 2,5; 2,0

UBS (Investment Bank) 2,7; 1,6; 1,8

Credit Suisse 2,5; 1,9

Zürcher Kantonalbank 2,8; 2,2; 2,3

Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) 2,9; 2,1; 1,9

BAK Basel Economics 2,7; 2,3; 2,1

Créa 2,9; 1,9; 2,4

Internationaler Währungsfonds (IWF) 2,4; 1,6

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 2,75; 2,0; 2,0

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