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LONDON (awp international) - Die jüngste Zinsentscheidung der britischen Notenbank ist abermals nicht einhellig getroffen worden. Von den neun Mitgliedern des geldpolitischen Ausschusses stimmten nur sechs dafür, den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent zu belassen. Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Bank of England (BoE) zur Zinsentscheidung von Anfang April hervor. Zudem findet sich in dem Protokoll nicht die Formulierung vom Vormonat wieder, wonach sich weitere Mitglieder künftig gegebenenfalls für eine Zinserhöhung aussprechen könnten. Das britische Pfund geriet nach der Veröffentlichung des Protokolls entsprechend unter Druck.
Wie im Vormonat stimmten die BoE-Mitglieder Martin Weale und Spencer Dale für eine Zinsanhebung um 0,25 Punkte. Ratsmitglied Andrew Sentance sprach sich abermals für eine Anhebung um 0,5 Prozent Punkte aus. Adam Posen votierte unterdessen für eine Ausweitung des Anleihenkaufprogramms und damit für eine noch expansivere Geldpolitik. Posen forderte erneut eine Ausweitung des Programms um 50 Milliarden auf 250 Milliarden Pfund.
Viele Experten sind sich derzeit nicht sicher, wann die britische Notenbank ihre Zinspolitik straffen wird. Die Inflation liegt mit zuletzt vier Prozent aktuell doppelt so hoch wie der Zielwert der Notenbank von zwei Prozent. Dies würde für höhere Zinsen sprechen. Auf der anderen Seite ist die britische Volkswirtschaft im Schlussquartal 2010 zur Überraschung vieler Experten geschrumpft. Diese Entwicklung steht einer strafferen Geldpolitik entgegen./MNI/bgf/jsl

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