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(Mit weiteren Angaben)
FRANKFURT (awp international) - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat vor nationalen Alleingängen bei der Regulierung der Finanzmärkte gewarnt. Andernfalls drohe der Finanzplatz Deutschland im internationalen Wettbewerb weiter zurückzufallen. "Es ist wichtig, dass wir global abstimmen und nicht zeigen, wir sind hier noch ein bisschen besser", sagte Ackermann am Donnerstag bei einer Konferenz der Wochenzeitung "Die Zeit" in Frankfurt.
"Wir haben eine Industrie, die Weltklasse ist. Wir haben einen Bankenplatz, der im internationalen Rahmen nicht Weltklasse ist", befand Ackermann. Die Deutsche Bank als heimische Nummer 1 finde sich weltweit gemessen am Börsenwert etwa auf Platz 30 der grossen Finanzkonzerne - und damit als einzige deutsche Bank unter den Top 100. Die Fusionsgespräche zwischen den Landesbanken WestLB und BayernLB könnten ein erster Schritt sein, die strukturellen Probleme des deutschen Bankensystems zu lösen. "Wir brauchen noch mehr solcher mutiger Schritte", sagte Ackermann.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der unter anderem mit einer deutschen Bankenabgabe vorgeprescht war, betonte: "Die globale Welt ist nicht so, dass wir alles, was wir für Deutschland für richtig halten, global vereinbaren können." Nach der Finanzkrise erwarte die Öffentlichkeit Antworten. "Wir brauchen eine strengere Regulierung aller Akteure und aller Produkte. Ich bin im Zweifel für weniger Regulierung, aber die muss funktionieren. Wenn sie umgangen wird, nützt sie uns allen nichts", sagte der Minister.
Ackermann warnte davor, die Schrauben für Kreditinstitute zu stark anzuziehen. "Wir müssen nicht den Musterknaben spielen. Das würde dazu führen, dass wir irgendwann zu Massnahmen greifen müssen, die nicht gut sind - auch für die reale Wirtschaft." Zunächst gehe es darum, die jüngst vereinbarten schärferen Eigenkapitalregeln ("Basel III") umzusetzen. "Das ist für manche schon schwer genug."
Nach Ansicht Ackermanns muss als Lehre aus der Krise auch eine Möglichkeit zur Insolvenz von Banken geschaffen werden. "Es darf nicht sein, dass Banken, die zu scheitern drohen, alle schlechten Dinge weggeben können und dann mit einer ganz reinen Bilanz in den Wettbewerb zurückkehren können, das ist nicht Marktwirtschaft."
Die Staaten mahnte Schäuble zum Sparen. Notwendig sei ein Bekenntnis zum europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt, der ein Staatsdefizit von höchstens drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erlaubt. "Wir brauchen am Ende auch Sanktionsmechanismen, wir werden um Vertragsänderungen am Ende nicht herum kommen." Die hohe Verschuldung von Euro-Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal und Irland hatte im Frühjahr die Märkte stark verunsichert. Die EU reagierte mit einem milliardenschweren Paket zur Rettung des Euro./ben/zb/DP/edh

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