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NEW YORK (awp international) - Vier Jahre nach dem Hochkochen der Finanzkrise fängt die Aufarbeitung gerade erst richtig an. Nach US-Medienberichten nehmen New Yorker Staatsanwälte die Geschäftspraktiken auf dem Hypothekenmarkt unter die Lupe. Es könnte teuer werden für die Banken.
Müssen sich die Wall-Street-Banken nun doch noch für ihre Verfehlungen in der Finanzkrise verantworten? New Yorker Staatsanwälte schauen sich nach US-Medienberichten jene undurchsichtigen Geschäfte an, die zum Beinahekollaps des gesamten Finanzsystems führten und die weltweit schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten auslösten. Die Ermittler nehmen den US-Hypothekenmarkt unter die Lupe.
Mitarbeiter des Büros von Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hätten in den vergangenen Wochen Informationen und Dokumente zu Hypothekengeschäften während des Kreditbooms von mehreren Wall-Street-Banken angefordert, schrieben US-Medien am späten Montag und Dienstag unter Berufung auf eingeweihte Personen. Sie hätten zudem um Treffen mit Vertretern der Bank of America sowie von Goldman Sachs und Morgan Stanley gebeten.
Die Untersuchungen scheinen breit angelegt und es ist unklar, worauf die Staatsanwälte hinauswollen. Die "New York Times" und das "Wall Street Journal" vermuten, dass sich die Ermittler vor allem für die Bündelung von Hauskrediten zu grossen Paketen interessieren. Diese Wertpapiere waren zu Zeiten des US-Immobilienbooms auf der ganzen Welt gefragt, verloren nach dem Zusammenbruch des Markts aber schlagartig an Wert und stürzten die Finanzbranche ab 2007 in die Krise.
Die Finanzagentur "Bloomberg" indes geht eher davon aus, dass die Staatsanwälte auf die fragwürdigen Zwangsvollstreckungen von US-Eigenheimen hinauswollen. Überlastete Mitarbeiter hatten Tausende Häuser säumiger Schuldner übereilt gepfändet. Die Finanzaufsichtsbehörden im Land hatten die Methoden bereits gerügt und Strafen angedroht. Den Informationen zufolge wollen sich die New Yorker Staatsanwälte mit den Ergebnissen der Untersuchungen ihrer Kollegen aber nicht zufrieden geben.
Die Generalstaatsanwaltschaft selbst lehnte einen Kommentar ab. Ermittlungen gegen Finanzfirmen sind ein schwieriges Feld. Bereits Schneidermans bekannte Vorgänger Andrew Cuomo and Eliot Spitzer hatten sich daran die Zähne ausgebissen. Die Materie ist komplex und es ist nicht leicht, den Banken tatsächlich Gesetzesübertretungen nachzuweisen. Deshalb kam es bislang auch kaum Anklagen. Selbst der Pleitebanker schlechthin, der ehemalige Lehman-Brothers-Chef Richard Fuld, läuft noch frei herum.
Den grössten Erfolg konnte bislang die Börsenaufsicht SEC verbuchen. Sie hatte der US-Investmentbank Goldman Sachs vorgeworfen, ihre Kunden bei Geschäften mit Hypothekenpapieren übers Ohr gehauen zu haben. Am Ende zahlte Goldman Sachs in einem Vergleich 550 Millionen Dollar, um den Fall ad acta legen zu können. Aktuell wirft die Bundesstaatsanwaltschaft von Manhattan der Deutschen Bank Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vor. Die Frankfurter weisen dies jedoch vehement zurück und wollen sich mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen./das/fi/DP/tw

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