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Barry Callebaut wächst doppelt so stark wieder Gesamtmarkt - Aktie fest (Zus.)

Zürich (awp) - Der weltgrösste Kakao- und Schokoladen-Produzent Barry Callebaut (BC) ist trotz der schwierigen politischen Lage in der Elfenbeinküste gut unterwegs. Er wuchs im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2010/11 doppelt so stark wie der Gesamtmarkt und konnte trotz starkem Franken auch die Gewinnzahlen verbessern. Für die weitere Zukunft zeigt sich der Konzern entsprechend zuversichtlich und bestätigt die langfristigen Finanzziele.
"Wir haben im ersten Halbjahr ein gutes bzw. ein Rekord-Resultat erzielt", sagte Finanzchef Victor Balli am Freitag vor den Medien in Zürich. Die Verkaufsmenge konnte in der Berichtsperiode (per Ende Februar) um 7,1% auf 706'570 Tonnen gesteigert werden, der Gesamtmarkt wuchs lediglich 3,6%. Als wichtigste Wachstumstreiber erwiesen sich die Schwellenmärkte und die Kakaoprodukte für strategische Partner (Outsourcing-Geschäft).
OPERATIVE FORTSCHRITTE - FRANKEN BEEINTRÄCHTIGT ERGEBNIS
Der starke Schweizer Franken beeinträchtigte allerdings die Ergebnisse. So legten etwa die Verkäufe in Lokalwährungen um über 13% zu, in Franken waren es aber nur +3,1% auf 2,74 Mrd. Dank straffer Kostenkontrolle und einer günstigen Combined Cocoa Ratio seien "bedeutende operative Fortschritte" erzielt worden, hiess es. So stieg der Betriebsgewinn (Stufe EBIT) um 4,0% auf 217,1 Mio CHF (+11% in Lokalwährungen). Unter dem Strich resultierte aufgrund tieferer Finanzierungskosten und günstigen Steuersätzen ein 9,0% höherer Konzerngewinn von 158,8 Mio CHF (+17% in LW).
Schwierigkeiten macht allerdings die politische Lage in der Elfenbeinküste, wo zwei rivalisierende Gruppen sich um die Macht streiten. Das afrikanische Land ist mit einem Volumen von 35% der grösste Kakaobohnen-Produzent weltweit und entsprechend für Barry Callebaut sehr wichtig. Die zwei Fabriken, die der Konzern dort hat, seien allerdings weiterhin operativ tätig, und Konzernchef Jürgen Steinemann zeigte sich "extrem stolz" über die dortigen Mitarbeiter.
Um Lieferprobleme zu vermeiden, mussten sowohl die Rohstoffbeschaffung als auch die Produktionskapazitäten in anderen Ländern aufgestockt worden. Laut Steinemann hat der Konzern elf Fabriken ausserhalb der Elfenbeinküste, und zwar u.a. in Ghana, Kamerun, Brasilien, Malaysia, aber auch in Europa oder Nordamerika. "Wir haben damit die aus unserer Sicht notwendigen Massnahmen ergriffen, um unsere Verträge und Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden für das Jahr 2011 erfüllen zu können", so der Konzernchef.
WEITER ÜBERDURCHSCHNITTLICHES WACHSTUM ERWARTET - ZIELE BESTÄTIGT
Er hofft allerdings auf eine baldige Beendigung der Unruhen. "Wir sehen ein gewisses Licht am Ende des Tunnels und sind vorsichtig optimistisch, dass sich die Situation klärt", sagte er zu den jüngsten politischen Entwicklung.
Für den weiteren Ausblick zeigt sich das Unternehmen trotz Elfenbeinküste zuversichtlich und geht davon aus, dass sich die guten Ergebnisse der letzten sechs Monate in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen werden. Dank des "Cost-plus"-Geschäftsmodells (höherer Kakaopreis kann überwälzt werden), der globalen Präsenz und der Stellung als bevorzugter strategischer Partner will das Unternehmen "weiterhin ein überdurchschnittliches Wachstum" erzielen. "Wir haben eine starke Pipeline an weiteren Outsourcing-Deals und Partnerschafts-Projekten", betonte Steinemann.
Der Konzern bestätigte denn auch die laufenden Finanzziele. Demnach will das Unternehmen bis 2013 jährlich ein Wachstum der Verkaufsmenge von 6-8% und ein mindestens gleich hohes durchschnittliches EBIT-Wachstum in Lokalwährungen erreichen.
Die BC-Aktie profitierte von den kommunizierten News und stand in einem freundlichen Gesamtmarkt am frühen Nachmittag 3,2% höher bei 775 CHF. Marktteilnehmer sprachen von einem soliden Resultat, wobei vor allem der Volumenzuwachs und der optimistische Ausblick positive Erwähnung fanden.
uh/ra

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