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Basel: Larvenpapier-Mangel als fasnächtlicher Stressfaktor

Die Larven werden mit grossem Aufwand und viel Liebe hergestellt.

(Keystone)

Während den Vorbereitungen zur diesjährigen Fasnacht sorgten Beschaffungs-Probleme beim Larvenpapier in Basel für grosse Aufregung.

Ohne Larven ist die Basler Fasnacht undenkbar. Geschminkte Gesichter, Pappnasen und Halbmasken aus Plastik sind verpönt.

In Basel müssen die aktiven Fasnächtler Larven tragen, um ihre Identität zu verstecken. Karnevals-Schminke und ähnliches geziemen sich nicht.

In ihren Larven und Kostümen brillieren die Cliquen vor allem an den nachmittäglichen Umzügen. Beides muss das ausgespielte Sujet visualisieren.

Je phantasievoller und farbenprächtiger diese gestaltet sind, desto mehr Aufsehen erregt eine Clique.

Die Larven bestehen aus Papiermaché. Einige Cliquen wählen inzwischen auch einen speziellen Kunststoff. Die Larven werden in unzähligen Arbeitsstunden kaschiert, bemalt, lackiert und mit einer Perücke versehen.

Schlechte Qualität ist gesucht

Nachdem der Gratisanzeiger Baslerstab im November berichtet hatte, mehrere Hersteller hätten die Produktion des speziellen Papiers schlechter Qualität eingestellt, herrschte in grossen Ateliers Besorgnis. Die Situation sei mehr als prekär, berichtete der Geschäftsführer eines Ateliers.

Das Spezielle am Larvenpapier ist, dass es eine schlechte Qualität aufweisen muss. Dieses Papier wird heute kaum mehr produziert. Deshalb wurde schon spekuliert, dass die verpönten Plastiklarven nun auch an der Basler Fasnacht Einzug halten.

Der Larvenkünstler einer grossen Clique sagte, das beste Larvenpapier gebe es schon lange nicht mehr. In den vergangenen Jahren sei jedoch immer eine Möglichkeit gefunden worden, das spezielle Papier zu beschaffen.

"Es goht immer e Türli uff" (Es geht immer eine Türe auf), sagte der Larvenkünstler.

Lösung gefunden

Laut Urs Gammenthaler, Geschäftsführer der Basler Firma "Lachenmeier Farben", unterschätzten viele Ateliers den Zeitaufwand bei der Suche eines neuen Herstellers. Hinzu komme, dass die spezielle Herstellung eine gewisse Zeit brauche. Deshalb habe es Engpässe gegeben.

Inzwischen habe sich eine Papierfabrik bereit erklärt, den begehrten Rohstoff herzustellen. Die Larvenproduktion sei auch im nächsten Jahr sichergestellt. "Eine Lösung gibt es immer", sagt auch Gammenthaler.

Fördert fasnächtlichen Zusammenhalt

Die Larven werden in Ateliers oder von Künstlern hergestellt. Zahlreiche aktive Fasnächtler basteln ihre Larven unter Anleitung selber. In vielen Jungen Garden gehören die Bastelnachmittage zur Tradition, um den Zusammenhalt der Gruppe zu fördern.

An der Basler Fasnacht, die am Montag beginnt, werden weiterhin die traditionellen Larven zu sehen sein. Vom Stress, den die Ateliers und Künstler bei der Beschaffung des Larvenpapiers hatten, wird nichts mehr zu spüren sein.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Der Begriff "vasinat" ist bereits für 1285 belegbar. Um 1300 erscheint die Schreibweise "vasenacht".

Die Fasnacht in Basel ist als Fest seit dem 14. Jahrhundert dokumentiert.

Seit 1911 wird sie vom Fasnachts-Comité organisiert.

Die Basler Fasnacht beginnt am Montag nach Aschermittwoch um punkt 4 Uhr mit dem "Morgestraich" (Morgenstreich). Dieses Jahr am 26. Februar.

Sie dauert exakt 72 Stunden und endet am Donnerstagmorgen um 4 Uhr.

Viele Basler bezeichnen die Fasnacht auch als "die drey scheenschte Dääg" (die drei schönsten Tage).

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