Basel: Luxus im Rampenlicht

Schweizer Uhren: Noch hält der Boom an. Keystone

Basel ist in diesen Tagen Welthauptstadt der Luxusgüter: An der Weltmesse für Uhren und Schmuck, Baselworld, stellen 2087 Hersteller aus 45 Ländern ihre neusten Kreationen vor.

Dieser Inhalt wurde am 05. April 2008 - 10:24 publiziert

Die Schweizer Uhrenindustrie hat eine Serie von Rekordjahren hinter sich. Doch nun zeigen sich die ersten Wolken am Horizont. Die US-Hypothekenkrise wirft ihre Schatten auch auf die Glitzerwelt.

"Es ist wichtig, dass wir sachlich und pragmatisch bleiben. Die Krise kann sich eines Tages auch auf die Uhrenindustrie auswirken. Die Frage, die wir uns stellen müssen, lautet: 'Rezession Ja oder Nein'", sagt Jacques Duchêne, der Präsident des Komitees der Aussteller.

Laut Duchêne ist die Exportbilanz der Schweizer Uhrenindustrie in den ersten zwei Monaten des Jahres "ermutigend". Total wurden Uhren im Wert von 2,54 Mrd. Franken exportiert, was einer Steigerung von mehr als 20% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Problem: Fälschungen

Die nachlassende Nachfrage in den USA werde derzeit in Asien mehr als kompensiert, erklärte Duchêne. Innert vier Jahren hat das Exportvolumen der Branche um mehr als die Hälfte zugelegt.

Duchêne hält indes Schwierigkeiten für möglich, weil die Uhrenbranche immer mehr Investitionen brauche, immer längere Produktionszeiten habe und Fachkräfte rar seien. Er beklagte auch anhaltende Probleme mit Fälschungen, zumeist aus China. Der anonyme Internethandel erschwere das Vorgehen gegen diese Kriminalität.

Im Januar dieses Jahres wurden in Mexiko City mehr als 90'000 Schweizeruhren konfisziert. "Die Polizei beschlagnahmte bei der Razzia auch Waffen und Drogen. Das zeigt einmal mehr die Verbindungen zwischen der Fälschungsindustrie und der organisierten Kriminalität", so Duchêne.

Grosse Chronographen im Trend

Die diesjährige Weltmesse für Uhren und Schmuck rechnet mit mehr als 100'000 Besuchern aus etwa 100 Ländern. Hinzu kommen gegen 30'000 Mitarbeitende von 2087 Firmen aus 45 Nationen, die auf einer Fläche von 160'000 Quadratmetern die neusten Modelle und Kollektionen präsentieren.

Als Trend nannte Baselworld-Direktorin Sylvie Ritter beim Schmuck starke Marken. Bei Uhren besonders angesagt seien neue Anzeigen, grosse Chronographen, Rückzähler, Tourbillions und Zusatzfunktionen.

Baselworld ist die grösste Messe der Schweiz und die bedeutendste Leistungsschau der Uhren- und Schmuckbranche der Welt.

Das Institut BAK Basel Economics errechnete, dass die Messe und alle ihre damit verbundenen Aktivitäten einen Umsatz von rund 1,2 Mrd. Franken im Jahr generiert.

Die Schweiz stellt mit 458 Ausstellern (knapp 22%) die grösste Vertretung. Dahinter folgt Hongkong mit 341 Ausstellern.

swissinfo, Robert Brookes
(Übertragung aus dem Englischen: Andreas Keiser)

In Kürze

Die 36. Baselworld findet vom 3. - 10. April statt.

2087 Aussteller aus 45 Ländern präsentieren ihre neusten Modelle und Kollektionen.

Die grösste Vertretung stellt die Schweiz mit 458 Ausstellern, gefolgt von Hongkong mit 341 und Italien mit 271.

30'000 Personen sind in Basel als Standpersonal im Einsatz.

Weitere 30'000 sind mit dem Auf- und Abbau der Stände beschäftigt.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen