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Bayer-Chef Wenning: US-Konsumverhalten entscheidender Faktor für Aufschung

Dieser Inhalt wurde am 27. November 2009 - 12:10 publiziert

LEVERKSUEN (awp international) - Das Konsumverhalten in den USA ist nach Einschätzung von Bayer-Chef Werner Wenning der entscheidende Faktor für einen sich selbst tragenden Aufschwung. "So lange das Konsumverhalten in den USA nicht wirklich wieder anzieht ist kein sich selbst tragender Aufschwung in Sicht", sagte Wenning am Donnerstagabend in Leverkusen. Die Gesamtwirtschaft werde derzeit vor allem von den staatlichen Konjunkturprogrammen gestützt. Während sich Asien und dabei insbesondere China gefangen hätten und inzwischen substantiell wieder wachse, sei die Entwicklung in den USA und Europa noch schwach. Wenning zeigte sich vor diesem Hintergrund weiter verhalten optimistisch und bekräftigte das Ergebnisziel 2009 für den Chemie- und Pharmakonzern. Im dritten Quartal sei die Trendwende geschafft worden und auch künftig sei eine positive Entwicklung zu erwarten.
Besonders hart hatte die Krise das konjunkturabhängige Kunststoffgeschäft (Materialscience) zum Jahreswechsel 2008/2009 getroffen. Nun zeige sich hier ein positiver Trend. Seit April sei Monat für Monat eine leichte Verbesserung festzustellen, sagte Wenning. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) sowie vor Sondereinflüssen des Teilkonzerns dürfte auch im vierten Quartal über dem Wert des Vorjahresquartals, aber nicht auf dem hohen Niveau des dritten Quartals liegen, bekräftigte Wenning. Insgesamt sei das Geschäft trotz der Erholung aber bei weitem noch nicht auf dem Niveau vor der Krise. Das alte Niveau werde aber wieder erreicht. Schliesslich würden die hauseigenen Produkte in verschiedenen Industrien wie beispielsweise Auto, Bau, Möbel und Elektro verwendet, die wieder wachsen dürften. Eine schnelle Rückkehr erwartet Wenning aber nicht: "Es wird sicherlich drei, vier Jahre dauern, bis wir wieder das Niveau vor der Krise haben."
Im laufenden Jahr will Wenning den Rückgang des operativen Ergebnisses (EBITDA pre ex) im Gesamtkonzern weiterhin auf rund fünf Prozent begrenzen. Er bezeichnete das Ziel erneut als "ehrgeizig". Die Verschuldung solle Ende 2009 in Richtung zehn Milliarden Euro gesenkt werden. Vor diesem Hintergrund bestehe auch Spielraum für Zukäufe: Er scheue nicht vor grösserem Zukauf zurück. "Wenn sich am Markt sinnvolle Ergänzungen ergeben, werden wir uns das auch anschauen", betonte er. Zuletzt sei man auf dem Gebiet der Tiergesundheit aktiv gewesen. Das entsprechende Portfolio sei aber doch nicht auf den Markt gekommen. Dabei legt Wenning aber Wert auf eine "gesunde" Finanzstruktur: "Wir machen keine finanziellen Abenteuer."
Zuletzt hatte es Verwirrung um das Bayer-Kunststoffgeschäft gegeben. Das Emirat Abu Dhabi hatte Übernahmegeschichten aus einem Branchendienst widersprochen. Bayer kommentiert Marktgerüchte grundsätzlich nicht. Am Markt war eine mögliche Trennung vom Kunststoffgeschäft positiv aufgenommen worden. Gleichwohl könnte sich zwischen dem Emirat Abu Dhabi und Bayer ein Geschäft anbahnen. Für Materialscience sei der Zugang zu Rohstoffen mittel- bis langfristig "eine grosse Herausforderung", sagte Wenning.
Im Gesundheitsgeschäft strebt Wenning weiter internes aber auch externes Wachstum an. Hauptwachstumstreiber sei mittelfristig die Alterung der Gesellschaft. Bayer sei mit einer gut gefüllten Pipeline an neuen Produkten in einer komfortablen Situation. Zudem sei erst 2014 mit dem Antibiotika Avelox ein grösserer Patentablauf zu erwarten. Im Pflanzenschutz verhindere die Marktstellung externes Wachstum, während das Materialsciencegeschäft zuletzt durch zahlreiche Systemhäuser gestärkt worden sei. Die Leverkusener sind eines der wenigen Unternehmen, das Pharma, Agrochemie und Chemie unter einem Dach vereint. Die meisten Konkurrenten hatten sich im Laufe der Zeit auf einen Bereich konzentriert, weil die Erforschung neuer Medikamente viel Geld verschlingt. "Ich habe zu keinem Geschäft gesagt, dass es immer bei uns bleibt", sagte Wenning. Entscheidend für die Geschäfte sei, dass sie nachhaltig zu den führenden Anbietern gehörten./jha/gr

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