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LEVERKUSEN (awp international) - Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat trotz eines überraschenden Gewinnrückgangs im zweiten Quartal die Konzernprognosen für das Gesamtjahr bekräftigt. Die kräftige Erholung bei MaterialScience (Kunststoffgeschäft) kompensiere die unter den Erwartungen liegende Entwicklung bei CropScience (Agrarchemie) und HealthCare (Gesundheit), teilte der Konzern am Donnerstag in Leverkusen mit. Während MaterialScience die Krise hinter sich gelassen habe und die Absatzmengen wieder auf Vorkrisenniveau lägen, läuft das Pharma- und Agrogeschäft derzeit alles andere als rund. Wachsende Konkurrenz für wichtige Pharma-Produkte und ungünstige Witterungsverhältnisse bremsen stark.
"Wir bleiben für das Jahr 2010 zuversichtlich", sagte Konzernchef Werner Wenning. Neben der kräftigen Erholung im Kunststoffgeschäft hätten sich auch die Währungsverhältnisse weiter positiv entwickelt. Für 2010 rechnet Wenning im Konzern weiter mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzplus von mehr als fünf Prozent. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sowie vor Sondereinflüssen dürfte von 1,917 (1,765) Milliarden Euro im zweiten Quartal auf mehr als sieben Milliarden Euro 2010 klettern. Das bereinigte Ergebnis je Aktie dürfte sich um mehr als 15 Prozent erhöhen.
ZAHLEN UNTER ERWARTUNGEN
Von April bis Juni legte der Umsatz dank eines Schubs im Kunststoffgeschäft um 14,6 Prozent auf 9,179 Milliarden Euro zu. Währungs- und portfoliobereinigt lag das Plus bei 9,2 Prozent. Der Gewinn ging hingegen wegen schärferer Konkurrenz im Pharmageschäft, einem schwierigen Agrochemiegeschäft und 255 Millionen Euro Sonderlasten für Rechtsfälle und Abschreibungen auf ein Krebsmedikament auf 525 (Vorjahr: 532) Millionen Euro zurück. Die Kennzahlen lagen insbesondere beim Gewinn deutlich unter den Erwartungen.
Entscheidender Treiber war im zweiten Quartal das Kunststoffgeschäft. Dort laufen die Geschäfte nach dem krisenbedingten Einbruch 2009 weiterhin besser als erwartet. Im zweiten Halbjahr sei wie bereits in der ersten Jahreshälfte eine weiter positive Entwicklung zu erwarten. Als "konservativ" bezeichnete Wenning die bisherige Planung, den Umsatz 2010 in der Grössenordnung von 20 Prozent zu steigern und das EBITDA vor Sondereinflüssen mehr als zu verdoppeln. Diese Planungen dürften übertroffen werden, hiess es nun. Im dritten Quartal dürften Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen auf dem Niveau des zweiten Quartals liegen.
ZIELE FÜR AGRO UND PHARMA GESENKT
Seine Prognosen für das Gesundheits- und Agrochemiegeschäft im laufenden Jahr kappte Wenning allerdings. Nach dem unerwarteten Markteintritt eines generischen Wettbewerbers in den USA für die Verhütungspille YAZ sei 2010 bei HealthCare währungs- und portfoliobereinigt ein leichtes Umsatzplus zu erwarten. Bisher war ein Plus von rund drei Prozent veranschlagt worden. Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA soll nun zumindest auf dem Niveau des Vorjahrs liegen. Bisher war von einem Anstieg ausgegangen worden.
Auch für das Agrargeschäft zeigte sich Wenning skeptischer. Vor dem Hintergrund der ungünstigen Witterungs- und Marktbedingungen im ersten Halbjahr senkten die Leverkusener ihre Umsatz- und Ergebnisprognose 2010. Unter der Voraussetzung einer Normalisierung der Marktverhältnisse im zweiten Halbjahr sei für 2010 von einem leichten Rückgang des währungs- und portfoliobereinigten Umsatzes auszugehen. Bisher war ein Plus von zwei bis drei Prozent in Aussicht gestellt worden. Beim um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA werde auf Jahresbasis nun ein erheblicher Rückgang erwartet (alt: stabil).
Am Finanzmarkt war die Reaktion auf den Quartalsbericht eher negativ. Die Aktien legten im frühen Handel in einem etwas festeren Gesamtmarkt um 0,20 Prozent auf 44,285 Euro zu. Die Ergebnisse seien nicht sehr ermutigend, sagte ein Händler in einer ersten Reaktion. Insbesondere die Sonderlasten seien höher als erwartet ausgefallen. Auch Analysten zeigten sich von der Ertragsentwicklung enttäuscht./jha/mne/wiz

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