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Bayer schafft Trendwende - Konzern-Prognosen 2009 bestätigt (AF)

Dieser Inhalt wurde am 27. Oktober 2009 - 09:30 publiziert

LEVERKUSEN (awp international) - Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat im dritten Quartal dank eines robusten Gesundheitsgeschäfts und einer Belebung im Kunststoffgeschäft die Trendwende geschafft und operativ erstmals in diesem Jahr wieder mehr verdient. Für das Gesamtjahr zeigte sich Konzernchef Werner Wenning am Dienstag in Leverkusen laut Mitteilung trotz einer unterschiedlichen Entwicklung in den Teilkonzernen zuversichtlich: "An unserer ambitionierten Jahresprognose für den Konzern halten wir weiter fest." Allerdings verfehlte der Konzern im dritten Quartal bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen der von dpa-AFX befragten Experten. Insbesondere das Pflanzenschutzgeschäft schwächelte. Wenning senkte deshalb für diesen Teilkonzern (Cropscience) das Margenziel 2009. Die Aktien standen im frühen Handel in einem gut behaupteten Marktumfeld unter Druck.
Im dritten Quartal legte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) sowie vor Sondereinflüssen leicht um 0,4 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro zu. Das Gesundheitsgeschäft blieb Haupttriebfeder und das Chemiegeschäft erholte sich weiter. Im Vergleich zum zweiten Quartal ergab sich hier nahezu eine operative Ergebnisverdopplung. Der Umsatz ging im Berichtszeitraum im Konzern insgesamt unterdessen um sieben Prozent auf rund 7,4 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich verdiente der Dax-Konzern 249 (277) Millionen Euro. Händler zeigten sich von Umsatz und Gewinn in ersten Reaktionen enttäuscht. Der Aktienkurs sank um 1,2 Prozent auf 47,25 Euro, während der Dax moderate 0,03 Prozent auf 5.640,73 Punkte einbüsste.
WELTWIRTSCHAFT SCHEINT KONJUNKTURELLEN TIEFPUNKT ÜBERWUNDEN ZU HABEN
"Die Weltwirtschaft scheint den konjunkturellen Tiefpunkt überwunden zu haben. Für den weiteren Verlauf dieses Jahres gehen wir von einer Fortsetzung dieses Trends aus", sagte Wenning. Allerdings sei es noch zu früh, von einem sich selbst tragenden Aufschwung in der Industrie zu sprechen. Der Rückgang des um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA solle 2009 auf fünf Prozent begrenzt werden, bekräftigte Wenning. Er bezeichnete dieses Ziel weiter als ambitioniert. Beim Umsatz rechnet er unverändert mit einem Rückgang von 32,9 Milliarden Euro 2008 auf 31 bis 32 Milliarden Euro. Allerdings rechnet er für 2009 nun mit deutlich höheren Restrukturierungskosten von rund 350 (bisher: 250) Millionen Euro. Knapp 120 Millionen Euro davon sind noch im vierten Quartal zu erwarten. Darüber hinaus seien bereits in den ersten neun Monaten Sondereinflüsse von rund 200 Millionen Euro für Rechtsfälle und die zusätzliche zeitanteilige Vorsorge für den Pensionssicherungsverein angefallen.
Das Geschäft im Teilkonzern Cropscience enttäuschte im dritten Quartal. Daraufhin kappte Wenning die operative Ertragsprognose für dieses Geschäft. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen dürfte 2009 zwischen 23 und 24 Prozent und nicht wie bisher angepeilt bei rund 25 Prozent liegen. Trotz des verschlechterten Marktumfelds dürfte der Umsatz 2009 und im vierten Quartal steigen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen dürfte im laufenden Jahr aber im Vergleich zu 2008 sinken. Im Kunststoffgeschäft (Materialscience) dürfte sich unterdessen die wirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal weiter stabilisieren. Wegen der üblichen saisonalen Abschwächung zum Jahresende dürfte das bereinigte EBITDA im vierten Quartal aber unter dem Niveau des dritten Quartals liegen. Entscheidende Stütze bleibt das Gesundheitsgeschäft (Healthcare). Auch im vierten Quartal sei ein leichtes Wachstum im Vergleich zum sehr starken Vorjahresquartal geplant./jha/js/tw

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