Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

Belgier übernehmen Erb-Autogeschäft

Dominique Moorkens, CEO von Alcopa, informiert die Medien über den Kauf der Erb-Autosparte.

(Keystone)

Bereits am 24. Dezember übernimmt die belgische Alcopa-Gruppe das Autogeschäft der konkursiten Erb-Gruppe mit allen Beschäftigten.

750 Angestellte können aufatmen. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die Emil Frey AG muss sich mit der Erb-Beteiligung an Hyundai-France begnügen.

Trotz Nachlass-Stundung konnte sich die Herfina Holding, wo das Autogeschäft der Erb-Gruppe angesiedelt ist, über mangelndes Interesse nicht beklagen. Neben diversen Angeboten aus Europa sei auch eine Offerte aus Japan eingegangen, sagte Martin Parsons, der Chef von Hyundai Schweiz.

Eindeutig das beste Angebot habe die belgische Alcopa-Gruppe gemacht. Als Familienunternehmen erinnere ihn diese an die Erb-Gruppe vor dem fatalen Einstieg ins Immobiliengeschäft 1994, das der Familienholding nun das Genick brach. "Ich hoffe, dass wir wieder an die erfolgreichen Zeiten anschliessen können", sagte Parsons. Der Verkauf muss aber noch vom provisorischen Sachwalter der Herfina, Hans Ulrich Hardmeier, genehmigt werden.

Schulden werden nicht übernommen

Gemäss dem bereits vergangenen Samstag besiegelten Deal übernimmt Alcopa fast den ganzen Autobereich der Erb-Gruppe. Betroffen sind der Import der Marken Hyundai, Mitsubishi und Suzuki, 17 Vertriebshändler dieser Marken sowie drei GM-Händler und einen Mercedes-Händler. Die 750 Angestellten werden übernommen, nicht aber die Immobilien und die Schulden.

Mit der Übernahme der 50-Prozent-Beteiligung der Erb-Gruppe an Hyundai-France muss sich die Emil Frey AG bescheiden, die bereits bis anhin Joint-Venture-Partner von Erb war und die restlichen 50 Prozent hielt. Laut Beobachtern soll die Emil Frey AG auch um das übrige Erb-Autogeschäft gebuhlt haben.

Quantensprung

Für die Alcopa-Gruppe bedeutet der Antritt des Erb-Autoerbes einen Quantensprung, wie der eigens angereiste Firmenchef Dominique Moorkens sagte. Die international tätige Gruppe erzielte letztes Jahr mit dem Import und dem Vertrieb von Autos, Motorrädern und Büromöbeln einen Gesamtumsatz von umgerechnet 1,5 Milliarden Franken und 18 Millionen Franken Gewinn.

Mit dem Erb-Geschäft wird sich der Umsatz nun auf rund 3,0 Milliarden Franken verdoppeln. In der Schweiz war Alcopa bislang nur mit dem Import von Peugeot- und Suzuki-Motorrädern tätig.

Zum Kaufpreis machte Moorkens keine Angaben. Dieser sei allerdings noch nicht definitiv festgesetzt, weil zuerst noch Inventar gemacht werden müsse. Das Immobiliengeflecht werde derzeit von den Banken entwirrt. Ein späterer Kauf sei nicht ausgeschlossen, sagte der Sohn des Firmengründers.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Schulden: 2,5 Mrd. Franken
Gläubiger-Banken: 82, darunter Credit Suisse, UBS, 6 Kantonalbanken, Hypovereinsbank, WestLB, Commerzbank

Infobox Ende

In Kürze

Die Winterthurer Erb-Gruppe umfasst 85 Unternehmen und beschäftigt weltweit 4900 Angestellte, 2500 davon in der Schweiz.

Im Jahr 2002 lag der Umsatz der Gruppe bei 4,46 Mrd. Franken. Heute ist die Gruppe mit 2,5 Mrd. Franken verschuldet. Insgesamt 82 Banken aus der Schweiz und Deutschland gaben der Gruppe Kredite.

Die Erb-Gruppe ist vollständig im Familienbesitz und nicht an der Börse kotiert. Familien-Patriarch Hugo Erb starb im vergangenen Juli, zwei Söhne übernahmen die Führung.

Infobox Ende

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.