Berghilfe revitalisiert Region in Flumserberg (SG)

Dank der Berghilfe konnte die Zufahrt zu abgelegenen Höfen verbessert werden. Keystone

Dank Beiträgen der Schweizer Berghilfe können 13 Bauernhöfe in Flumserberg SG weiterhin ganzjährig bewirtschaftet werden. Die Abwanderung junger Familien wurde so gestoppt. Am Donnerstag (24.08.) stellte die Berghilfe das Projekt vor.

Dieser Inhalt wurde am 25. August 2000 - 06:55 publiziert

Der Zünaberg liegt auf rund 1'000 Metern Höhe zwischen Flums und Flumserberg. Er umfasst ein Gebiet von 100 Hektaren mit rund 40 Häusern, meist Gehöften. Bis vor wenigen Jahren waren sie nur durch drei steile Fusswege, die vom Tal bis auf die Alpen führten, zu erreichen - auch im Winter, wenn bis zu zwei Meter Schnee liegen.

Seit 1987 wurden am Zünaberg rund 6,5 Kilometer Erschliessungsstrassen gebaut. Sie verbinden die Bauernhöfe nun mit der Staatsstrasse, die von Flums nach Flumserberg führt. Die Kosten betrugen 3,24 Mio. Franken. Davon hatten die Grundeigentümer 1,04 Mio. Franken zu tragen. Auf die Landwirte entfielen 500'000 Franken.

Wieder Ganzjahresbetriebe

Für 13 Bauern, für die der Anteil zu hoch war, zahlte die Schweizer Berghilfe insgesamt 160'000 Franken. Durch den Strassenbau seien die schönen, praktisch aber nur noch als Maiensässe genutzten Liegenschaften als Ganzjahresbetriebe zurückgewonnen worden, sagte Berghilfe-Expertin Susi Eppenberger.

Mehrere junge Familien mit Kindern hätten inzwischen den Landwirtschaftsbetrieb der Eltern übernehmen und sanieren können, sagte Eppenberger weiter. Damit sei die Abwanderung gestoppt worden. Zudem könnten Arbeitsplätze im Tourismus, auf den Alpen und im Wald wieder vermehrt durch Einheimische besetzt werden.

Feuerwehr kann zum Brandplatz fahren...

"Zufahrten können auch Leben retten", erklärte Berghilfe- Geschäftsführer Marcel Peier. Als Beispiele nannte er die Feuerwehr, die bei einem Brand nicht mehr zu Fuss anrücken muss, oder den Tierarzt. Zudem sei der Schulweg für die Kinder einfacher und vor allem sicherer geworden.

Die 1943 gegründete Schweizer Berghilfe ist ein gemeinnütziger Verein, der von der öffentlichen Hand keine Beiträge erhält. Er ist auf Spenden von Gönnern angewiesen. Die Berghilfe bezweckt, die wirtschaftlichen Existenzgrundlagen und Lebensbedingungen im Berggebiet zu verbessern, insbesondere der Berglandwirtschaft.

Im letzten Jahr 1'300 Gesuche

Laut Berghilfe-Präsident Peter König sind im letzten Jahr 1300 Hilfsgesuche beurteilt und Beiträge von rund 22 Mio. Franken bezahlt worden. Besonderer Wert werde auf minimale Verwaltungs- und Personalkosten gelegt, sagte König. Sie betrügen für die kleine Geschäftsstelle in Adliswil ZH nur etwa drei Prozent.

swissinfo und Agenturen

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