Besucherrekord in Solothurn

Die Solothurner Filmtage haben sich mit den Preisverleihungen etwas hin zum Festival entwickelt. Journées de Soleure

44'000 Personen besuchten die 40. Ausgabe der Solothurner Filmtage, die am Sonntag zu Ende gingen. Das sind 10% mehr als im Vorjahr.

Dieser Inhalt wurde am 30. Januar 2005 - 15:25 publiziert

Die Filmtage waren auch in diesem Jahr eine Gesamtschau des Schweizer Filmschaffens 2004 und stossen allmählich an ihre Kapazitätsgrenze.

Mit zahlreichen ausverkauften Vorstellungen und dem Schlussfest im Alten Spital sind am Sonntag die 40. Solothurner Filmtage mit grossem Erfolg zu Ende gegangen.

Insgesamt kamen 257 Filme zur Aufführungen, davon eine grosse Zahl Premieren, die nach den Filmtagen in den Schweizer Kinos gezeigt werden.

Viele Besucher aus der Westschweiz

Das schweizerische Filmschaffen überzeugte einmal mehr durch seine Vielseitigkeit. Ernsthafte Themen im Dokumentarfilm wie auch leicht zugängliche Spielfilme begeisterten das Publikum. Erfreulich ist, dass viele Filminteressierte aus der Westschweiz die Filmtage besuchten.

Grossen Zulauf fand auch die Invitation, die Filme aus dem ehemaligen Jugoslawien präsentierte, und die Retrospektive, die dem Schauspieler Bruno Ganz gewidmet war.

Das Festival selber platzt mit erneut zehn Prozent mehr Besuchern aus allen Nähten. Besonders bei den Abendvorstellungen mussten mehrmals Besucher abgewiesen werden. Die Filmtage stossen mit ihrem Publikumserfolg deutlich an ihre Kapazitätsgrenzen.

Filmpreis für Erstling

Der Schweizer Filmpreis 2005 für den besten Spielfilm ging an "Tout un hiver sans feu" von Greg Zglinski. Mit drei Nebenpreisen war der Film "Strähl" von Manuel Flurin Hendry ebenfalls ein Hauptgewinner in Solothurn.

Die in der Schweiz gedrehte schweizerisch-belgische Koproduktion "Tout un hiver sans feu" des 36-jährigen Greg Zglinski, der bis 1992 in der Schweiz zuhause war und seither wieder in Polen lebt, ist ein Erstling.

Er zeigt ein Ehepaar, das in den Flammen seines Bauernhofes seine fünfjährige Tocher verliert. Das Paar kommt mit der Tragödie nicht zurecht: Die Frau wird in die Psychiatrie eingewiesen, der Mann findet eine neue Arbeit in der Stadt, und geht eine neue Beziehung mit einer aus dem Kosovo geflüchteten Frau ein.

Levys "Alles auf Zucker"

In Solothurn waren dieses Jahr mehrere neue Spielfilme zu entdecken: Zu gefallen wussten "Ricordare Anna" des Zürchers Walo Deuber, das etwas kompliziert gebaute Drama um eine Familie, in der Mutter und Kinder an Aids sterben, sowie der erwähnte Filmpreisgewinner "Tout un hiver sans feu".

Den grössten Publikumserfolg hatten jedoch einige Komödien. Dani Levys in Deutschland produzierte turbulente Familienkomödie "Alles auf Zucker" ist gute Unterhaltung auf hohem Niveau.

Der in Englisch gedrehte Erstling "Chaos & Cadavers" von Niklaus Hilber serviert klassisch-makabren Humor, und der Erstling "Lago Mio" von Jann Preuss ist ein atemlos geschnittenes Feel-Good-Movie.

Am anderen Ende der Qualitätsskala stehen drei Westschweizer Spielfilme. Christophe Marzals "Au large de Bad Ragaz" mit Jean-Luc Bideau ist ein arg konstruiertes Roadmovie durch die Schweiz, Elena Hazanovs "Love Express" mit Mathilda May eine von Peinlichkeiten triefende Romanze, und "Paul s'en va" von Alain Tanner ein pseudo-intellektuelles Machwerk auf tiefem Niveau.

Filme aus dem ehemaligen Jugoslawien

Eingeladen war in diesem Jahr das Filmland "Ex-Jugoslawien". Insgesamt wurden in der Spezialrubrik 19 Filme aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Serbien, Slowenien und Serbien-Montenegro gezeigt.

Keiner davon war von Emir Kusturica, dem wohl bekanntesten jugoslawischen Filmemacher ("Chat noir, Chat blanc").

"Es ist nicht so, dass wir ihn nicht gewollt hätten", erklärt Peter Tremp gegenüber swissinfo. Er hat rund 80 Filme aus der Gastregion visioniert und das Programm zusammen gestellt. "Aber wir wollten nur neue Filme zeigen und vor allem Material, das bis jetzt in der Schweiz noch nicht im Kino zu sehen war."

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die Zahlen zu Solothurn 2005:

44'000 Zuschauerinnen und Zuschauer (plus 10% zum Vorjahr).
257 Filme.
180 Produktionen zeigten das Schweizer Filmschaffen des vergangnen Jahres.
Budget der Solothurner Filmtage: 1,5 Mio. Franken.
Die 41. Solothurner Filmtage finden von 16. bis 22. Januar 2006 statt.

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