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Bischöfe appellieren an Bush

Israelischer Soldat vor der Geburtskirche in Bethlehem.

(Keystone)

Die Schweizer Bischofskonferenz fordert US-Präsident George W. Bush in einem Brief auf, sich für eine politische Lösung im Nahen Osten einzusetzen.

Die palästinensischen Selbstmordattentate der vergangenen Wochen und Monate sowie die Vergeltungsschläge der israelischen Armee seien zwei Aspekte des Schreckens, der diese Region geissle, schreibt SBK-Präsident Bischof Amedee Grab in seinem im Namen der SBK verfassten Brief an Bush. Ein dauerhafter Friede werde erst dann einkehren, wenn die wirklichen Gründe des Konflikt ausgemerzt seien.

Alles für politische Lösung tun

Die SBK bittet den amerikanischen Präsidenten, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um eine politische Lösung zu finden, die eine gegenseitige Anerkennung des israelischen und eines palästinensischen Staates garantiere und ein friedliches Zusammenleben ermögliche.

"Wir erwarten und hoffen von Ihnen, dass sie alles daran setzen, dass der Respekt vor heiligen Stätten jeder Religion gewahrt und ihr Schutz garantiert wird", heisst es im Brief der SBK.

Bethlehem als Stein des Anstosses

Den Anstoss für den Brief bildet die nach wie vor gespannte Lage an der Geburtskirche in Bethlehem. In dem Gotteshaus halten sich seit dem 2. April rund 230 bewaffnete Palästinenser und auch Zivilisten verschanzt. Israel will die Milizionäre entweder vor Gericht stellen oder ins Exil schicken. Die Palästinenser hatten vorgeschlagen, gesuchte Männer aus der Kirche in den Gazastreifen zu bringen.

Die Geburtskirche sei "in gewissem Sinn die 'Mutterkirche' aller christlichen Kirchen", sagte Agnell Rickenmann, Generalsekretär der SBK, gegenüber Schweizer Radio DRS. "Wenn diese Kirche leidet, leidet die ganze Kirche mit. Das ist nicht zu unterschätzen."

Zeichen der Solidarität

Die SBK habe an Bush und nicht etwa an die UNO geschrieben, weil klar sei, dass "die politischen Fäden der Nahostpolitik in Washington zusammenlaufen", sagte Rickenmann weiter.

Die SBK will laut Rickenmann die Wirkung des Briefes nicht überschätzen. Er sei jedoch immerhin ein Zeichen der Solidarität mit den betroffenen Völkern. Zudem habe man der Sorge um die Unversehrtheit der heiligen Stätten Ausdruck verschafft.

Protestantische Hilfswerke prüfen Situation vor Ort

Eine Delegation protestantischer Hilfswerke reist am Freitag für fünf Tage in den Nahen Osten. Sie will feststellen, wie es um ihre Projekte vor Ort bestellt ist.

Zu der internationalen zwölfköpfigen Delegation gehören auch Vertreter von Schweizer Hilfswerken wie Brot für alle oder HorYzon. Begleitet werden sie von Vertretern der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), die mehrere Projekte finanziert. Insgesamt sind Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) aus 16 Ländern vertreten.

"Die israelischen Militäroperationen haben auch mehrere von Hilfsorganisationen finanzierte Projekte schwer beschädigt", erklärt Markus Glatz von Brot für alle. Glatz geht davon aus, dass die von der Armee angerichteten Schäden die Aktivitäten zahlreicher Partnerorganisationen lähmt. In einigen Fällen sei nicht einmal sicher, ob die Hilfsorganisationen in Zukunft ihre Aktivitäten wieder aufnehmen könnten.

Schadenersatz-Forderungen gegen Israel?

Abgesehen von der Zerstörung von Gebäuden und Material, das von den NGOs und der DEZA finanziert worden sei, seien auch mehrere Mitarbeiter der Projekte verletzt oder verhaftet worden. Die Delegation wolle zudem prüfen, ob gegen Israel Ansprüche auf Schadenersatz-Leistungen erhoben werden könnten.

Die protestantischen NGOs haben Gespräche mit Partnerorganisationen in Nablus, Ramallah, Jericho und Bethlehem vorgesehen. Ausserdem wollen sie sich mit Vertretern der palästinensischen Autonomiebehörde und israelischer Friedensorganisationen treffen.

Insgesamt haben die protestantischen Hilfswerke der Schweiz vorgesehen, im laufenden Jahr 1,2 Mio. Franken für Projekte in den Palästinensergebieten und zur Unterstützung israelischer Friedensgruppen aufzuwenden.

swissinfo und Agenturen

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