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Bischofskonferenz gibt erneut Fehler gegenüber jüdischen Flüchtlingen zu

Die katholische Kirche hat erneut Fehler während des 2. Weltkriegs bei der Hilfe für jüdische Flüchtlinge in der Schweiz eingestanden. In einer Erklärung bittet die Bischofskonferenz um Vergebung und befürwortet ein besseres Verhältnis zum Judentum.

Dieser Inhalt wurde am 14. April 2000 - 12:35 publiziert

Die katholische Kirche hat erneut Fehler während des 2. Weltkriegs bei der Hilfe für jüdische Flüchtlinge in der Schweiz eingestanden. In einer Erklärung bittet die Bischofskonferenz um Vergebung und bemüht sich gleichzeitig um ein geklärtes Verhältnis zum Judentum.

In der am Freitag (14.04.) in Bern vorgestellten fünfteiligen Erklärung geht die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) zunächst auf die Versäumnisse während der Zeit der Nazi-Herrschaft (1933-1945) ein. Die Kirche sei damals bei der Hilfe für jüdische und andere Flüchtlinge zu passiv, zu selbstbezogen und zu ängstlich gewesen.

Bitte um Vergebung

Es sei in jener Zeit allgemein zu wenig getan worden, um Flüchtlinge vor "Verfemung, Verfolgung und Ermordung zu schützen", schreibt die Bischofskonferenz in ihrer Erklärung. Mit diesem Dokument wolle sich die römisch-katholische Kirche der Schweiz nicht entschuldigen, da dies gar nicht möglich sei, betonte SBK- Vizepräsident Kurt Koch vor den Medien. Vielmehr handle es sich um ein Eingeständnis der Fehler und um eine Bitte an Gott um Vergebung, führte der Bischof von Basel aus. In der Erklärung wird auch das Verhältnis Christentum-Judentum geklärt.

Koch sprach von einer wesentlichen Mitschuld der Kirche am Antisemitismus, nicht zuletzt durch die Theologie. Diese müsse daher heutzutage im Religionsunterricht und der Öffentlichkeit gegenüber "die Verachtung oder gar Verfolgung der Juden unmissverständlich als falsch und sündhaft erklären", heisst es in dem SBK-Dokument.

swissinfo und Agenturen

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