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Bisher grösster Thai-Pillen-Händlerring zerschlagen

Thai-Pille: Kleine Tablette mit verheerender Wirkung auf die Gesundheit.

(Keystone)

Die Neuenburger Polizei hat den bisher grössten Thai-Pillen-Händlerring der Schweiz zerschlagen. In der deutschsprachigen Schweiz wurden zehn Personen verhaftet.

Der Ring soll seit 2001 eine bis zwei Millionen Pillen in Umlauf gebracht haben, so die Behörden.

Der Umsatz wird auf über 20 Millionen Franken geschätzt. Chefin ist eine 50-jährige Thailänderin. Zehn Hauptbeteiligte sind in Haft.

Die seit über einem Jahr laufenden Ermittlungen schlossen an Ermittlungen im Neuenburger Prostituiertenmilieu im Jahr 2000 an, wie Olivier Gueniat, Chef der Neuenburger Sicherheitspolizei, am Donnerstag erklärte.

Praktischer Alleingang

Laut Gueniat übermittelte die Neuenburger Polizei danach Informationen an die Kantone Bern, Zürich und Basel-Stadt. Nachdem diese Zusammenarbeit aber ungenügend war, verstärkte die Neuenburger Polizei ihrerseits die Anstrengungen.

Sie trieb die Ermittlungen vor allem mit Telefonabhörungen in den Kantonen Zürich, Aargau, Bern, Basel-Stadt, St. Gallen und Freiburg weiter. Die Neuenburger Polizei habe mit ihren bescheidenen Mitteln praktisch eine nationale Untersuchung geführt, so Gueniat.

Im Frühjahr konnte die Polizei die zehn Haupttäter des Thai-Pillen-Händlerrings schliesslich verhaften. Einer davon war gerade mit 2000 Pillen aus Thailand zurückgekehrt.

Asiaten als Kuriere, Europäer als Verkäufer

Bei den Verhafteten handelt es sich um Thailänder, Vietnamesen und Kambodschaner, die den Import und die Grobverteilung der Pillen in der Westschweiz besorgten. Für den weiteren Verkauf waren meistens Europäer zuständig.

Die Chefin des Rings, eine 50-jährige Thailänderin, war der Polizei seit den Ermittlungen in den Jahren 2000 und 2001 bekannt. Fehlende konkrete Hinweise und die ungenügende Zusammenarbeit brachten die Ermittlungen aber ins Stocken.

Luxusgüter beschlagnahmt

Das Handelsvolumen des Dealer-Rings beziffert die Polizei auf rund 20 Mio. Franken und den Gewinn auf mindestens fünf Millionen. In Hausdurchsuchungen stellte die Polizei Hunderte Pillen, über 270'000 Franken Bargeld und Schmuck im Wert von 300'000 Franken sicher.

Auch Villen in den Kantonen Zürich und Aargau sowie ein Porsche und ein Audi wurden beschlagnahmt. Weitere Ermittlungen in Europa und in Thailand laufen noch.

Bezüglich der Weiterverbreitung der Pillen ermittelte die Neuenburger Polizei in den Kantonen Waadt, Wallis und Genf. Sie befragte dabei über 150 regelmässige Konsumenten sowie kleinere und mittlere Dealer. Einige wurden bereits verurteilt.

Verheerende Schädigungen

Gueniat bezeichnete die Menge der gehandelten Thai-Pillen als besorgniserregend. Offenbar gebe es eine sehr starke Nachfrage und Verankerung der Droge in der Gesellschaft.

Er warnte vor der Wirkung solcher Pillen, die schwere psychische Schäden verursachen könnten, vergleichbar mit der Schädigung durch Heroin und Kokain.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Das sehr starke Aufputschmittel macht euphorisch, steigert die Aggressivität und gibt dem Konsumenten ein Gefühl von überschäumender Energie.

Hoher oder regelmässiger Konsum führt zu Nervosität, Reizbarkeit und Wahnvorstellungen, Folge ist eine plötzliche und unberechenbare Gewaltbereitschaft.

Die Wirkung hält zwischen 8 und 24 Stunden an.

Der Konsum führt zu Appetitlosigkeit, chronischen Schlafstörungen und schlussendlich zu schweren und irreparablen psychischen Störungen und Depressionen.

Gemäss den derzeitigen medizinischen Erkenntnissen kann der Konsum zu einem teilweisen oder sogar gänzlichen Verlust des Gedächtnisses führen. Die Folge davon ist die Invalidität. Quelle: Bundesamt für Polizei (BAP).

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