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Bisher nur mässige Begeisterung für die Wahlen

Der Rücklauf bei der brieflichen Stimmabgabe lässt Rückschlüsse auf die Wahlbeteiligung zu.

(Keystone)

Der eher bescheidene Rücklauf bei der brieflichen Stimmabgabe zeigt, dass sich das Interesse an den eidgenössischen Wahlen vom kommenden Wochenende in Grenzen hält.

Bisher sind weniger Wahlcouverts eingegangen als bei den letzten Parlamentswahlen 2003. In der Schweiz stimmen 80% der Wähler brieflich ab.

Umfragen bei Kantonen und Gemeinden deuten auf eine stagnierende oder sogar tiefere Wahlbeteiligung hin als vor vier Jahren. So rechnen die Verantwortlichen in der Stadt Zürich mit 40 bis 45%, während es 2003 noch über 45% waren.

Aufgrund der bisher eingegangenen Wahlcouverts wird in Bern mit einer kaum veränderten Wahlbeteiligung um 40% gerechnet. In Luzern gingen zwar etwas mehr Briefe ein als vor vier Jahren, allerdings dürfte gleichzeitig auch der Anteil der Briefwahl gestiegen sein.

Jene Wahlverantwortliche, die eine Prognose wagten, rechnen nicht mit einer Zunahme. In einigen Kantonen könnte die Beteiligung wegen des flauen Wahlkampfs gar zurückgehen, in Nidwalden wurde bereits in stiller Wahl gewählt.

Kein Run der Jungen

Auch die Jungen scheinen keinen grossen Zulauf zu bringen: In Glarus können die 16- und 17-Jährigen erstmals an der Ständeratswahl teilnehmen. Von 100 Jungen in der Gemeinde Glarus hat aber erst eine Person von dem neuen Recht Gebrauch gemacht.

Ähnlich wie in der Deutschschweiz sieht es in der Romandie aus: In den meisten angefragten Gemeinden gehen die Verantwortlichen aufgrund der eingegangenen Wahlcouverts von einer ähnlichen Wahlbeteiligung aus wie 2003. Allerdings hätte der Rücklauf Anfang dieser Woche markant angezogen, hiess es vielerorts.

Umfrage zeigt steigende Tendenz

Dagegen hatten Umfragen des Forschungsinstituts gfs.bern in den letzten Monaten auf eine überdurchschnittlich hohe Beteiligung hingewiesen. Anfang Oktober lag der Wert bei 50% - das wäre die höchste Beteiligung an Nationalratswahlen seit 30 Jahren. 2003 waren 45,2% der Wahlberechtigten an die Urne gegangen.

Der Politologe Christian Bolliger warnt vor voreiligen Schlüssen, setzt aber auch ein Fragezeichen hinter die gfs-Umfrage. Wie Nachwahlbefragungen könnten auch Vorwahlbefragungen mit einer beträchtlichen Ungenauigkeit behaftet sein, sagte er.

Gründe für eine stagnierende oder gar sinkende Wahlbeteiligung liegen allerdings nicht auf der Hand: Die Medienabdeckung und der Werbeaufwand sei noch grösser als vor vier oder acht Jahren, sagte Bolliger.

Falls trotzdem nicht mehr Leute wählen gingen, habe dies möglicherweise mit der Art dieser Wahlkampagne zu tun. Diese könnte beim einen oder anderen für einen "Ablöscher" gesorgt haben.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Nach der am 10. Oktober veröffentlichten letzten Umfrage des Institus gfs.bern hätte die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) bei Parlamentswahlen den grössten Stimmenanteil erhalten (+0,6% im Vergleich zu 2003 auf 27,3% ).

Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) wäre auf 21,7% (-1,6%) gekommen.

Die Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) hätte 15,5% (-1,8%) erreicht, die Christlich-demokratische Volkspartei (CVP) hätte knapp aufgeschlossen mit 15,4% (+1%).

Und die Grünen hätten einen Rekordzuwachs auf 10,0% (+2,6%) verzeichnet.

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Wahltag

Am 21. Oktober wählt das Schweizer Stimmvolk im In- und Ausland den Nationalrat (200 Sitze) und praktisch den gesamten Ständerat (43 von 46 Sitzen) neu. Nur die Kantone Zug und Appenzell Innerrhoden haben ihre Ständeratswahl vorgezogen.

Die Stimmberechtigten können nur Kandidierenden die Stimme geben, die in ihrem Wohnkanton zur Wahl stehen. Auch Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer wählen in jenem Kanton, in welchem sie im Wahlregister eingetragen sind. Dieses Jahr kandidieren 44 von ihnen für den Nationalrat. Insgesamt sind es 3089 Personen.

Den Wahlen kommt auch im Hinblick auf die Machtaufteilung in der Landesregierung (Bundesrat) eine grosse Bedeutung zu. Das neue Parlament wird als eine der ersten Handlungen gleich den gesamten Bundesrat bestätigen oder aber neu zusammenstellen können.

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