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Bern (awp/sda) - Der bernische Energiekonzern BKW will Anfang nächstes Jahr dem Unternehmen eine Holdingstruktur geben. Das hat Verwaltungsratspräsident Urs Gasche am Freitag an der Generalversammlung in Bern bekanntgegeben.
Als Grund für diese Pläne gab Gasche an, mit einer Holdingstruktur könne die BKW flexibler auf Marktanforderungen reagieren und die Effizienz steigern. Es gelte, auch im strukturellen Bereich auf die neuen regulatorischen Herausforderungen zu reagieren.
Umgesetzt werden soll das Ganze, indem die BKW-Aktien gegen Wertpapiere der neuen BKW Holding AG eingetauscht werden. Für die Aktionäre ändere sich nichts, sagte Gasche. Auch die Substanz der BKW werde die gleiche bleiben.
ABSCHREIBER WEGEN MÜHLEBERG
Auf den Energiekonzern kommt wegen der sistierten Rahmenbewilligungsgesuche für Ersatzkernkraftwerke nach dem Japan-Unglück eine Abschreibung zu. Die Werthaltigkeit der für das Gesuch bisher erbrachten Arbeiten sei nicht mehr gegeben, teilte BKW am Freitag anlässlich der Generalversammlung mit. Daher würden die bisher angefallenen Kosten von rund 14 Mio CHF der Erfolgsrechnung 2011 belastet.
Zur laufenden Atomdebatte wiederholte Gasche frühere Aussagen, wonach die BKW ihre Strategie anpasst und erklärte, dass sie den geordneten Ausstieg aus dem AKW Mühleberg anstrebt. Das heutige Werk soll so lange weiter betrieben werden, als dies die Sicherheit erlaubt.
Die Forderungen des Eidg. Nuklearsicherheitsinspektorats ENSI bezeichnete Gasche als nachvollziehbar, wenn auch streng. "Wir gehen davon aus, dass wir fristgerecht die geforderten Eingaben machen können, und wir gehen auch davon aus, dass die Erfüllung technisch möglich sein wird."
Ob es auch wirtschaftlich Sinn mache, die Forderungen alle zu erfüllen, sei heute noch nicht zu beantworten. Mehr wisse man frühestens im Spätherbst. Wenn sich zeigen sollte, dass der Weiterbetrieb des KKW Mühleberg nicht verantwortbar sei, werde das Werk "ohne Wenn und Aber abgestellt".
GROSSE SICHERHEITSVORKEHRUNGEN
Die BKW-GV fand im Vergleich zum Vorjahr unter viel höheren Sicherheitsvorkehrungen statt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden vor dem Eintritt kontrolliert und ihre Taschen durchsucht. Viel Polizei und zahlreiche Securitas- und anderes Sicherheitspersonal war präsent.
Ein gutes Dutzend Anti-AKW-Aktivisten warb vor den BEA-Hallen friedlich für den Atomausstieg und ein Atomkraftgegner übergab BKW-Präsident Gasche kurz vor Beginn der GV eine mit 2'700 Unterschriften versehene Petition für die Abschaltung des KKW Mühleberg.
Atom-Gegner beantragten an der GV, eine ausserordentliche Versammlung durchzuführen, an der der Ausstieg der BKW aus Atomstrom auf Ende dieses Jahres hätte beschlossen werden können. Die Gruppe von Kleinaktionären verfehlte aber die dafür nötige Stimmenzahl von 10% deutlich. BKW-Präsident Gasche hatte ihnen gesagt, wenn das Quorum von 10% erreicht werde, werde der Verwaltungsrat eine solche Versammlung durchführen.
Die Atomdebatte wirkte sich auch auf die Länge der Versammlung aus: Statt anderthalb dauerte sie rund drei Stunden lang. Viele Atom- und Kohlekraftwerken gegenüber kritisch eingestellte Aktionäre ergriffen das Wort.
SWISSCOM-FINANZCHEF IN VR GEWÄHLT
Die GV stimmte der Jahres- und Konzernrechnung zu und genehmigte die beantragte Dividendenausschüttung von - wie im Vorjahr - 2,50 CHF pro Aktie. Die rund 1'400 anwesenden Aktionäre wählten zudem den Finanzchef der Swisscom, Ueli Dietiker, in den BKW-Verwaltungsrat.
Ausserdem wurde der übrige Verwaltungsrat - mit Ausnahme des abtretenden Ulrich Sinzig und der beiden von Amtes wegen einsitzenden Vertreterinnen des Kantons Bern - deutlich für eine weitere Amtsperiode bestätigt.
AUSBLICK OHNE JAPAN-EINFLUSS BESTÄTIGT
Zudem bestätigte der Energieversorger den Ausblick für das Geschäftsjahr 2011 - unter Ausklammerung der Einflüsse des Japan-Unglücks. Trotz eines ausserordentlich trockenen Frühlings geht BKW weiterhin von einem Umsatz im Bereich des Vorjahres aus. Das operative Ergebnis werde erneut durch die weiterhin tiefen Energiepreise auf den internationalen Märkten belastet werden, hiess es. Zudem sollen regulatorische Vorgaben sowie Aufwendungen für strategische Projekte das Ergebnis beeinflussen.
Unter Berücksichtigung dieser Faktoren dürfte der EBITDA 2011 im Rahmen des Vorjahres liegen, bereinigt um den Sondereffekt für die Auflösung der Rückstellung für belastende Verträge für die Energiebeschaffung von Partnerwerken 2010, teilte BKW weiter mit.
Das Ergebnis sei abhängig von der Entwicklung der Energiepreise, des regulatorischen Umfeldes und der Finanzmärkte. Unter Annahme stabiler Verhältnisse könne - unter Berücksichtigung des erwähnten Sondereffekts - mit einem Reingewinn in der Grössenordnung des Vorjahres gerechnet werden. Dieser Ausblick berücksichtigt die Einflüsse der Geschehnisse in Japan, wie die Abschreibung, nicht.

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