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Blatter auf der Barrikade

FIFA-Zwist und kein Ende: Die Kontrahenten Sepp Blatter (links) und Michel Zen-Ruffinen.

(Keystone Archive)

FIFA-Präsident Joseph Blatter hat sich erstmals offiziell und ausführlich gegen die massiven Angriffe seines Generalsekretärs Michel Zen-Ruffinen zur Wehr gesetzt.

In einem 33-seitigen Schreiben an alle 204 FIFA-Mitgliedsverbände verteidigt sich der Präsident des Weltfussballverbandes gegen die, wie er sagt, "Rufmordkampagne". Blatter weist in seinem ausführlichen Dokument alle Vorwürfe der Korruption, von Amtsmissbrauch und Misswirtschaft zurück. Zugleich wirft Blatter seinem ehemaligen "Ziehsohn" Zen-Ruffinen Inkompetenz vor.

Ziel seiner Gegner sei es, am 29. Mai in Seoul mit aller Gewalt die zweite Amtszeit des jetzigen FIFA-Präsidenten zu verhindern. Blatter: "Diese Rufmordkampagne ist ein bizarrer, unverständlicher und einmaliger Vorgang, der dem Fussball grossen Schaden zufügt. Es ist an der Zeit, dass ich den unqualifizierten Inhalt dieser perfiden Vorwürfe richtig stelle. Ich kann nicht warten, bis die Justiz den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe prüft."

Keine Korruptionsfälle

In seinem Schreiben beteuert Blatter erneut, dass die von Zen-Ruffinen als "unzulässige Zahlungen" gewerteten Überweisungen ans russische Exekutivmitglied Wjatscheslaw Koloskow und den Schiedsrichter Lucien Bouchardeau (Niger) keine Fälle der Korruption seien. Im ersten Fall sei es "eine Entschädigung", im zweiten eine "humanitäre Geste" gewesen.

Von der Vereinbarung, Koloskow eine Aufwand-Entschädigung für seine Koordinierung beim "Goal"-Programm in der Höhe von 50'000 Dollar pro Jahr zukommen zu lassen, habe auch der Generalsekretär gewusst. "Zen-Ruffinen unterzeichnete neben dem Finanzdirektor die entsprechenden Schecks", führt Blatter aus. Er hätte die Finanzkommission über diese Angelegenheit informieren müssen, räumt der FIFA-Chef ein, behauptet allerdings: "In diesem Zusammenhang von Korruption zu sprechen, ist falsch."

Keine Statuten-Verletzung

Besonders energisch wehrt sich Blatter gegen den Vorwurf, er habe die FIFA-Statuten verletzt. "Erfolgreiches Krisenmanagement als 'Missmanagement und Fehlorganisation' zu bezeichnen, ist reine Polemik." Er habe als FIFA-Präsident in Zusammenarbeit mit kompetenten Mitarbeitern und seiner Marketing AG drei kritische Situationen gemeistert.

Blatter nannte in diesem Zusammenhang den Konkurs von ISL/ISMM, die Kündigung der Ausfall-Versicherungen für die WM und die Insolvenz der KirchMedia. "Die FIFA hat alle drei Ereignisse ohne wesentliche finanzielle Einbussen überstanden."

Vor etwa einer Woche hatte Blatter den finanziellen Verlust des Verbandes durch den Konkurs des ehemaligen Schweizer Marketing-Partners ISL/ISMM mit 51 Mio. Schweizer Franken beziffert. Nach der Insolvenz der Agentur waren Befürchtungen laut geworden, der finanzielle Schaden für die FIFA könne sich auf weit mehr als 100 Mio. Franken belaufen.

Wegen der lange Zeit ungeklärten Finanzlage hatte das Exekutivkomitee im März gegen den Willen Blatters einen Untersuchungs-Ausschuss zur Prüfung der Bücher eingesetzt. Diese Ad hoc-Kommission hatte der FIFA-Präsident wenig später suspendiert.

Ab nach Tonga

Blatter verliess am Samstag Zürich und flog ins Königreich Tonga in den Südpazifik. Dort findet am Dienstag der FIFA-Ozeanien-Kongress statt.

swissinfo und Agenturen


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