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WIESBADEN (awp international) - Die BMW-Grossaktionärin Susanne Klatten hat ihren Anteil am Kohlenstoffspezialist SGL Carbon über eine wichtige Marke hinaus erhöht und will ihre Beteiligung weiter ausbauen. Der Stimmrechtsanteil von Frau Klatten überschreite mit 27,27 Prozent die Schwelle von 25 Prozent, teilte SGL am Mittwoch in Wiesbaden mit. Damit verfügt Klatten über eine Sperrminorität und ein Vetorecht.
Innerhalb der nächsten zwölf Monate will Klattens Beteiligungsgesellschaft Skion ihren Anteil mithilfe einer bestehenden Wandelanleihe auf rund 29 Prozent ausbauen. "Wir haben derzeit keine Übernahmepläne", sagte ein Skion-Sprecher auf Anfrage. Ab einem Anteil von 30 Prozent müsste die Milliardärin ein Pflichtübernahmeangebot für die restlichen Aktien der SGL abgeben. Die SGL-Aktie lag am Vormittag in einem freundlichen Marktumfeld mit 2,41 Prozent bei 34,57 Euro im Plus.
LANGFRISTIGES STRATEGISCHES ENGAGEMENT
In einer ersten Stimmrechtsmitteilung am Morgen, hatte es noch geheissen, Klatten habe ihre Beteiligung an den Hessen auf 26,98 Prozent ausgebaut, in einer zweiten Meldung wurde dann über den abermals erhöhten Anteil berichtet. Die BMW-Grossaktionärin war über Skion im März 2009 bei den Wiesbadenern eingestiegen.
Mit der Investition werde ein langfristiges strategisches Engagement bei SGL angestrebt, hiess es in einer Mitteilung von Skion. "Der Ausbau ist Ausdruck der Wertschätzung des Unternehmens", sagte der Sprecher der Beteiligungsgesellschaft. Skion wolle weiterhin auf die Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat Einfluss nehmen. Seit Dezember 2009 sitzt Susanne Klatten selbst im Aufsichtsrat der SGL. Eine wesentliche Änderung der Kapitalstruktur der Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis von Eigen- und Fremdfinanzierung und die Dividendenpolitik, strebe Skion nicht an, hiess es in der Mitteilung weiter.
VW WILL MAXIMAL 10 PROZENT
Der aktuelle Schritt kommt nicht unerwartet, hatte doch Anfang des Jahres der Einstieg des BMW-Konkurrenten VW mit gut acht Prozent bei SGL hohe Wellen geschlagen, nicht zuletzt weil der bayrische Autobauer in einem Gemeinschaftsunternehmen mit den Hessen Karbonfasern für den automobilen Leichtbau produziert. Nach dem Bekanntwerden des VW-Einstiegs hatten die Spekulationen über die Zukunft von SGL Carbon den Aktienkurs nach oben getrieben. Skion hatte vorsorglich angekündigt hat, wenn nötig den Anteil an SGL auf eine Sperrminorität von 25 Prozent hochzuschrauben. Die Aufstockung von Frau Klatten wollte VW nicht kommentieren. Zu den eigenen Plänen sagte ein Unternehmenssprecher: "Eine Erhöhung der Beteiligung, die über zehn Prozent hinausgehen würde, ist derzeit nicht geplant."
SGL-Vorstandschef Robert Koehler hatte im März zur Bilanzpressekonferenz klar gemacht, dass sich SGL nicht an einen Autobauer binden werde. "Wir sehen uns als Zulieferer, aber nicht als exklusiver. Wir wollen kein direkter Automobillieferant sein."/stb/dct/tw

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