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Bolivien: Schweizer Hilfsprojekte sistiert

Besonders in La Paz ist die Situation schwierig.

(Keystone)

Die gewalttätigen Unruhen in Bolivien wirken sich auch auf die Schweizer Entwicklungs-Zusammenarbeit in dem Land aus. Die Projekte in La Paz und El Alto wurden sistiert.

Vertreter von Hilfsorganisationen und des Bundes gehen davon aus, dass die vor Ort tätigen Schweizer nicht direkt gefährdet sind.

Bolivien ist ein Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungs-Zusammenarbeit. Die Schweiz ist seit 1969 in diesem Land engagiert. Die Projekte konzentrieren sich auf das Hochland und die angrenzenden Täler.

Bolivien gehört zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas und wird seit mehr als einem Monat von gewaltsamen Protesten erschütttert. Der im Kreuzfeuer der Kritik stehende Präsident Gonzalo Sánchez de Lozda weigert sich, zurückzutreten. UNO-Generalsekretär Kofi Annan rief Regierung und Opposition dazu auf, ihre Meinungsverschiedenheiten mit friedlichen Mitteln zu lösen.

Humanitäre Soforthilfe



Für die humanitäre Soforthilfe hat die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) der nationalen bolivianischen Menschenrechts-Organisation "Asamblea permanente de derechos humanos" 10'000 Dollar (rund 13'200 Franken) zukommen lassen. Das Geld wird laut Peter Bischof, Leiter der Lateinamerika-Sektion der DEZA, vor allem für Medikamente eingesetzt.

Versorgungsprobleme

Bischof sagte am Dienstag weiter, die vier Mitarbeiter des Koordinationsbüros in La Paz könnten ihren Arbeitsplatz nicht erreichen und blieben zu Hause. Direkt gefährdet seien sie nicht.

Vertreter von Schweizer Hilfsorganisationen, die in Bolivien tätig sind, bestätigen dies. Ihre Mitarbeitenden seien jedoch von der angespannten Versorgungslage betroffen. Es mangle vor allem an Benzin und Brot.

Saatgut-Programm bedroht

Auch ausserhalb des Konfliktsgebiets um den Regierungssitz La Paz seien Projekte beeinträchtigt, so Peter Bischof. Die Markt- und Handelsförderung, die ein wichtiges Element der Schweizer Entwicklungs-Zusammenarbeit in Bolivien ist, sei durch die Verkehrseinschränkungen behindert.

Negative Auswirken seien namentlich für das Saatgutprogramm zu befürchten. Durch die Blockaden sei der Samenhandel eingeschränkt. Dies wiege schwer, weil jetzt in Bolivien Zeit für die Aussaat sei, sagte Bischof.

Rückschritte erwartet

Regula Chavez von der Stiftung Swisscontact erwartet, dass die Unruhen zu Rückschritten und Mehrarbeit in den Projekten führen werden. Swisscontact fördert in Bolivien – in Zusammenarbeit mit dem Bund - kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) und den Tourismus.

Neben der Förderung von KMU und Tourismus gehören die Bereiche Landwirtschaft und Umweltschutz, Entwicklung des Finanzsektors und Staatsreform zu den Schwerpunkten der Schweizer Projekte in dem lateinamerikanischen Land.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Bolivien ist ein Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungs-Zusammenarbeit und gehört zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas.
80% der 8,5 Mio. Einwohner leben in Armut.

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