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Bonus für behindertenfreundliche Unternehmen nicht ausgeschlossen

Wirtschaftsminister Pascal Couchepin kann sich ein Bonus-System für Unternehmen vorstellen, die Behinderte einstellen. Ein Bonus/Malus-System lehne er jedoch ab, sagte Couchepin am Samstag (17.06.) an der Delegiertenversammlung der Pro Infirmis.

Dieser Inhalt wurde am 17. Juni 2000 - 16:39 publiziert

Die behindertenfreundliche Einstellung der Arbeitgeber müsse auf Freiwilligkeit beruhen, sagte Couchepin am an einer "Forumsdikussion" vor rund 150 Delegierten der Organisation Pro Infirmis in Neuenburg. Es bringe nichts, "schwarze Schafe" zu bestrafen.

Behindertenorganisationen haben schon vor längerer Zeit ein Bonus/Malus-System zur Diskussion gestellt. Dabei wird eine Quote von behinderten Arbeitnehmern festgelegt. Arbeitgeber, die diese Quote nicht erfüllen, sollen einen Fonds speisen, mit dem die Bonus- Leistungen an die andern Arbeitgeber finanziert werden können.

Die Diskussion um die berufliche Eingliederung von Behinderten stehe erst am Anfang, räumte Couchepin in Neuenburg ein. Er könne sich Gutschriften für Unternehmen vorstellen, die zu Gunsten Behinderter einen gewissen Mehraufwand in Kauf nähmen.

Nationalrat Marc Suter (FDP/BE) rief an der Podiumsdiskussion die Arbeitgeber auf, bei gleicher Qualifikation dem behinderten Kandidaten den Vorzug zu geben. Otto Piller, Direktor des Bundesamts für Sozialversicherung, kündigte eine Kampagne an, mit der die Sensibilität gegenüber Behinderten gestärkt werden soll.

Der Luzerner Unternehmer Otto Ineichen ("Ottos Warenposten") schilderte seine positiven Erfahrungen mit der Einstellung von Behinderten. Und Fritz Blaser, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, sprach sich für eine soziale Verantwortung der Arbeitgeber auf freiwilliger Basis aus.

Mehrere Delegierte vertraten die Ansicht, das Hoffen auf den guten Willen allein reiche nicht. Immerhin sei das in der Vernehmlassung befindliche Behindertengesetz trotz Lücken ein Schritt in die richtige Richtung.

swissinfo und Agenturen

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