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BP nähert sich alten Traumprofiten - Ölpest überschattet Gewinnplus (AF)

Dieser Inhalt wurde am 27. April 2010 - 11:00 publiziert

LONDON (awp international) - Der britische Mineralölkonzern BP nähert sich nach dem Krisenjahr 2009 überraschend schnell alten Traumprofiten. Im ersten Quartal steigerte das Unternehmen dank der deutlich gestiegenen Ölpreise nach eigenen Angaben vom Dienstag seinen Überschuss um 138% auf 6,2 Mrd USD. Der Umsatz stieg um 54% auf 73,1 Mrd USD. Damit übertraf das Unternehmen zwar die Erwartungen von Analysten deutlich, an der Börse überlagerten allerdings wachsende Sorgen vor den Auswirkungen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die gute Zahlen. Die Aktie verlor am Vormittag fast 1% an Wert und war damit schwächer als der Markt.
BP droht wegen der Umweltkatastrophe vor der Küste der USA ein erheblicher Schaden. Die dort im Auftrag des Konzerns betriebene Ölplattform Deepwater Horizon war in der vergangenen Woche nach einer Explosion gesunken. Elf Menschen starben. Inzwischen wächst die Angst vor einer Ölpest. Keine Angaben machte das Unternehmen in seinem Quartalsbericht zu den zu erwartenden Kosten. BP versicherte lediglich, alles zu tun, um die Umweltschäden zu begrenzen. Bereits im März 2005 waren bei einer Explosion in einer Raffinerie des Unternehmens in Texas 15 Mitarbeiter gestorben. Wegen Verstössen gegen Sicherheitsvorschriften musste der weltweit drittgrösste Ölkonzern eine Geldbusse in dreistelliger Millionenhöhe zahlen. Ein Jahr später verursachte eine kaputte BP-Pipeline in Alaska für grosse Umweltschäden.
Im Golf von Mexiko hat BP eine Vormachtstellung. Im März hatte sich der Konzern weitere Quellen gesichert, die er dem kleinen US-Ölunternehmen Devon abkaufen will. Zum sieben Milliarden Dollar schweren Paket gehören auch zehn Ölfelder vor der Küste Brasiliens, wo BP bislang nicht vertreten ist. Wettbewerbsbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen.
Nicht zufrieden waren Anleger mit dem Ausblick. BP kündigte an, in diesem Jahr etwas weniger Öl und Gas als vor einem Jahr zu fördern. Damit bekräftigte das Unternehmen frühere Aussagen. Im ersten Quartal hatte die Produktion noch mit gut 4 Mio Barrel auf dem Vorjahresniveau stagniert.
Das Ende 2009 noch verlustreiche Raffineriegeschäft erholte sich etwas und erzielte wieder einen Gewinn. Das Unternehmen begründete dies unter anderem mit einem eingeleiteten Kostensenkungsprogramm und einer besseren Auslastung als zuletzt. Da neue Raffinerien in Betrieb gehen, erwartet BP im weiteren Verlauf allerdings wieder einen steigenden Margendruck. Die Quartalsdividende soll bei 14 US-Cent bleiben./nl/she/tw

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