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(neu: mehr Details zu Verkäufen, TNK-BP-Joint-Venture, Aktienkurs)
LONDON (awp international) - Der britische Energiekonzern BP hat 2010 wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko fast 5 Milliarden Dollar Verlust gemacht. Erstmals seit 1992 ist BP damit in einem vollen Geschäftsjahr in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand ein Minus von 4,9 Milliarden US-Dollar (3,6 Mrd Euro), wie der Konzern am Dienstag in London berichtete. 2009 hatte BP noch knapp 14 Milliarden Dollar Gewinn verbucht.
"2010 wird zurecht als Jahr des tragischen Unfalls und des ausgelaufenen Öls in Erinnerung bleiben", sagte Konzernchef Bob Dudley. Er kündigte für 2011 "ein Jahr der Erholung und der Konsolidierung" an. Es werde auch wieder vierteljährliche Dividenden für die Aktionäre geben. Für das abgelaufene vierte Quartal sollen die Anteilseigner bereits eine Ausschüttung von sieben Cent je Aktie erhalten.
Denn trotz der Belastungen aus der Ölkatastrophe hatte BP in den letzten beiden Quartalen des Geschäftsjahres 2010 dank der gestiegenen Ölpreise bereits wieder Gewinn gemacht. Für das vierte Quartal verbuchte der Konzern einen Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten von 4,6 Milliarden Dollar nach 3,5 Milliarden im Jahr zuvor. Dennoch verfehlte BP die Erwartungen der meisten Analysten, die mit etwas mehr Gewinn auf bereinigter Basis gerechnet hatten. Die BP-Aktie verlor an der Londoner Börse zuletzt in einem festen Gesamtmarkt 0,22 Prozent auf 483,80 Britische Pence.
Die Kosten für das Öldesaster im Golf von Mexiko bezifferte BP insgesamt auf 41 Milliarden Dollar. Im April vergangenen Jahres waren bei der Explosion der Plattform Deepwater Horizon elf Menschen ums Leben gekommen und 4,9 Millionen Barrel Öl ins Meer gelaufen.
Das Unternehmen wolle nun dafür sorgen, ein Höchstmass an Sicherheit in alle Prozesse einzubauen, kündigte der Vorstand an. BP versicherte erneut, "alle Verpflichtungen aus dem Öl-Leck im Golf von Mexiko" zu erfüllen.
Um den Konzern wieder auf Vordermann zu bringen, hatte der BP-Vorstand angekündigt, Unternehmensteile im Wert von 30 Milliarden Dollar bis Ende 2011 zu verkaufen. Bislang konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben 22 Milliarden Dollar durch Verkäufe erlösen. Als nächstes möchte sich BP von zwei Raffinerien in den USA trennen. Laut einem Analysten könnte dieser Schritt bei US-Senatoren von der Golfküste auf Unmut stossen, denn viele Ortschaften hätten dort noch immer unter den Folgen der Ölpest zu leiden.
Erst Mitte Januar hatte der Konzern zudem einen Milliardendeal mit dem russischen Staatskonzern Rosneft eingefädelt. Gemeinsam wollen die Unternehmen die Öl- und Gasvorkommen im Nordpolarmeer erschliessen. Dafür wurde ein Aktientausch vereinbart, wonach Rosneft künftig fünf Prozent der BP-Aktien halten wird. BP soll im Gegenzug seinen Anteil an den Russen auf über zehn Prozent ausbauen dürfen.
Ungemach droht BP deshalb aber von Seiten der russischen Partner von BPs Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP. Die Oligarchen fühlen sich übergangen und haben angedroht, den Deal zu blockieren und gerichtlich gegen BP vorzugehen. BP-Chef Dudley zeigte sich am Dienstag zuversichtlich, den Disput mit den Russen beilegen zu können. Das Gemeinschaftsunternehmen steuert für rund ein Viertel der Jahresproduktion von BP bei./she/dm/he

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