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Brücke zur Fünften Schweiz

Bräteln in der freien Natur: Sommerlager 2007 auf dem Stoos. (SJAS)

Gegen 300 Auslandschweizer Kinder nehmen im Sommer an acht Ferienlagern teil. Aus aller Welt reisen sie für ein paar Tage ins Bündnerland, ins Berner Oberland, in den Kanton Glarus oder die Romandie, um ihre ursprüngliche Heimat (besser) kennenzulernen.

Die Kinder, die den Weg ins Alpenland finden, haben in der Regel mindestens einen Elternteil, der aus der Schweiz stammt. Und die Eltern oder die Grosseltern sind es denn auch, die ein Interesse daran haben, dass die Kinder ihre Heimat kennenlernen.

Die Schweiz näher kennenlernen heisst für die Organisatoren Sehenswürdigkeiten besichtigen, Seen, Berge, Flüsse und Landschaften entdecken, aber auch Städte besuchen.

"Die jungen Lagerleiterinnen und -leiter vermitteln grundsätzlich ein Bild querbeet durch die Schweiz", sagt Simone Riner, Geschäftsleiterin der Stiftung für junge Auslandschweizer (SJAS) im Gespräch mit swissinfo.

"In der Regel besuchen wir eine der grösseren Städte wie Bern, Zürich oder Genf, fahren aufs Jungfraujoch oder aufs Schilthorn, wenn die Distanz nicht zu gross ist, oder ins Verkehrshaus Luzern."

Zeichensprache funktioniert

Andererseits gibt es auch Tage, an denen die Gruppe beim Lagerhaus bleibt. Dann stehen Spiel und Sport oder Basteln und Zeichnen im Vordergrund.

Dabei sei die Sprache kein Problem, sagt Riner. Die meisten der Kinder beherrschten Englisch, Deutsch oder Französisch. "Es finden sich Sprachgruppen zusammen, ein babylonisches Durcheinander gibt es kaum", sagt die SJAS-Leiterin. "Kinder sind sehr kreativ, die Zeichensprache funktioniert wunderbar."

Und, da Heimatgefühl und Zugehörigkeit nicht zuletzt durch den Magen gehen, kommt auch die Schweizer Küche nicht zu kurz: "Wir kochen auch mal Älplermakronen mit Apfelmus", erklärt Riner.

Die meisten der Kinder, die sich für die diesjährigen Sommerlager angemeldet haben, kommen aus Europa, namentlich aus Deutschland und Frankreich, aber auch aus Spanien. Einige wenige stammen aus den osteuropäischen Ländern oder Skandinavien und England, so Riner.

Geld soll kein Hindernis sein

Aber auch aus Afrika, Lateinamerika oder Australien sind kleine Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer dabei, was ganz schön teuer zu stehen kommt.

Wer sich die Reise und das Lager nicht leisten kann, erhält Unterstützung.

"Jedes Auslandschweizerkind, das es sich wünscht, soll ein Mal in der Schweiz Ferien machen können. Ungeachtet der finanziellen Möglichkeiten. Rund 20 Prozent der Kinder stellen ein Gesuch um Vergünstigung. Da sind wir eigentlich ganz grosszügig", sagt Riner.

Freundschaften schliessen sei sehr zentral in diesen Lagern. "Es werden E-mail-Adressen ausgetauscht, es herrscht reger Kontakt. Und vielleicht treffen sie sich im nächsten Jahr wieder", sagt Simone Riner von der SJAS. Denn viele kommen nicht nur einmal.

Fünfte Schweiz

Die Fünfte Schweiz bezeichnet die Gesamtheit der Schweizer Gemeinden im Ausland. Der Begriff Fünfte Schweiz nimmt Bezug auf die vier ...

Kleine Botschafter, grosses Heimweh

Und in diesem Jahr haben die Schweizer Kinder aus dem Ausland auch Gelegenheit, zusammen mit gleichaltrigen einheimischen Kindern Ferien zu machen, nämlich im Bundeslager der Pfadfinder, das in der Linthebene im Kanton St. Gallen stattfindet.

Die jungen Auslandschweizer von nah und fern können während ein paar Tagen also die Schweiz und ihre Traditionen näher kennenlernen, wenn es gefällt kommen sie, die vielleicht schon mit ihren Eltern hier waren, wieder.

Laut Simone Riner hat dieser Austausch auch für die Schweiz eine gewisse nachhaltige Wirkung. "Vielleicht nicht direkt in ihrer Altersgruppe, aber später werden sie gute Botschafter für die Schweiz und die Qualität von Schweizer Produkten sein."

Zuallererst aber kommen diese "kleinen Botschafter" nun in die Schweiz, um hier ihre Ferien zu verbringen. Und sie werden es hoffentlich geniessen, auch wenn der eine oder die andere an Heimweh erkranken wird. "Wenn Kinder von so weit herkommen, geht das nicht ohne Heimweh", sagt Riner.

swissinfo, Gaby Ochsenbein

Sommerlager 2008

Von Ende Juni bis Ende August 2008 finden unter Leitung der Stiftung für junge Auslandschweizer 8 Lager für 8-16 Jährige statt.

Rund 300 Kinder aus 50 Ländern haben sich angemeldet.

Die Kinderlager finden in Abländschen und Adelboden (Kanton Bern) statt, in Elm (Kanton Glarus), im Münstertal, S-chanf und Lantsch/Lenz (alle drei Graubünden), in Enney (Freiburg) sowie in der st. gallischen Linthebene (Bundeslager der Pfadfinder).

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SJAS

Seit 91 Jahren ermöglicht die Stiftung für junge Auslandschweizer (SJAS) Kindern aus der Fünften Schweiz Ferienerlebnisse in ihrer Heimat.

Damit sollen sie ihre Beziehungen zur Schweiz festigen und mit gleichaltrigen Schweizer Kindern aus den fünf Kontinenten zusammenkommen und Freundschaften schliessen können.

Die Stiftung leistet damit einen Beitrag zu Verständnis und Solidarität über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg.

Zudem hilft die Stiftung Auslandschweizer-Kindern aus Not- und Krisengebieten.

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