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Bund rechnet mit rund 10 000 Zwangs- Rückschaffungen in den Kosovo

Am Sonntag (30.04.) ist die Anmeldefrist für die freiwillige Rückkehr der Flüchtlinge aus dem Kosovo in ihre Heimat abgelaufen. Der Kosovo-Beauftragte Urs Hadorn rechnet nach Ablauf der Phase 2 am 31. Mai mit rund 10'000 Zwangsrückschaffungen.

Dieser Inhalt wurde am 30. April 2000 - 09:47 publiziert

Am Sonntag (30.04.) ist die Anmeldefrist für die freiwillige Rückkehr der Flüchtlinge aus dem Kosovo in ihre Heimat abgelaufen. Der Kosovo- Beauftragte Urs Hadorn (Archivbild) rechnet nach Ablauf der Phase 2 am 31. Mai mit rund 10' 000 Zwangsrückschaffungen.

Die Anmeldungen für die Phase 2 der freiwilligen Rückkehr seien in den letzten Tagen stark angestiegen. In einem Interview mit der "SonntagsZeitung" sagte Hadorn im Vorfeld der Nationalen Asylkonferenz vom 4. Mai, man rechne damit, dass sich zwischen 10'000 und 20'000 Albanerinnen und Albaner aus dem Kosovo nach der Phase 2 noch in der Schweiz aufhalten werden.

Wie Hadorn auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda präzisierte, haben sich rund 20'000 der 50'000 kosovo-albanischen Kriegsvertriebenen nicht für das Rückkehrprogramm des Bundes angemeldet.

Im Interview mit der "SonntagsZeitung" erklärte Hadorn weiter, erfahrungsgemäss werde die Hälfte der Hiergebliebenen verschwinden oder abtauchen. "Sie versuchen es entweder in einem anderen Land oder gehen zurück, ohne sich abzumelden, erklärte der Kosovo-Beauftragte weiter. Voraussichtlich würden nur wenige bleiben und schwarz arbeiten.

500 schwierige Fälle

Für weniger als 10'000 komme der zwangsweise Vollzug zum Tragen, prognostiziert Hadorn. In rund 500 Fällen dürfte es zu schwierigen Rückschaffungen kommen, schätzt der Kosovo-Beauftragte.

Trotzdem ist das Rückkehrprogramm in den Augen von Hadorn ein Erfolg. "Die Schweiz hat mit ihrem Programm proportional zu anderen Staaten am meisten Freiwillige zur Rückkehr motiviert." Für die Rückführungen hat der Bund 37 Millionen Franken budgetiert, Rückkehrhilfen inbegriffen.

Nach Einschätzung von Hadorn werden die Kosovo-Albaner bis in einem Jahr ausgereist sein. "So wie es jetzt aussieht, wird es mich in einem Jahr in dieser Funktion nicht mehr brauchen."

swissinfo und Agenturen

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