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Bund wünscht mehr Tempo beim Aufbau der Fachhochschulen

Bei der Realisierung des Projektes “Fachhochschulen Schweiz” muss mehr Tempo zugelegt werden. In einer Zwischenbilanz forderte das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) am Dienstag (09.11.) unter anderem eine konsequentere Strategiefindung.

Dieser Inhalt wurde am 09. November 1999 - 12:55 publiziert

Bei der Realisierung des Projektes “Fachhochschulen Schweiz” muss mehr Tempo zugelegt werden. In einer Zwischenbilanz forderte das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) am Dienstag (09.11.) eine konsequentere Strategiefindung, eine bessere Kundenorientierung und eine verstärkte Arbeit am Aufbau von Netzwerken.

Die Zwischenbilanz Grossprojekts “Fachhochschulen Schweiz” sei positiv; sehr viel Arbeit sei geleistet und die Grundlagen gelegt worden, sagte Hans Sieber, Direktor des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) zur Eröffnung einer zweitägigen Fachtagung in Bern. Mangelnde Veränderungsbereitschaft in den Köpfen und kleinräumige Einzeliniteressen drohten aber die Erneuerung bereits an mentalen, Schulhaus- und an Kantonsgrenzen auflaufen zu lassen. Zur Erreichung der hochgesteckten Ziele müsse noch sehr viel getan und an manchen Stellen eine schnellere Gangart eingelegt werden.

Zu wenig rasch in Gang kam laut Sieber insbesondere die Ausbildung einer gemeinsamen Strategie. In manchen Kantonen bestehe bei den politisch Verantwortlichen eine Tendenz zum Aussitzen. Zudem hätten nicht alle Fachhochschulen ihre strategischen Führungsorgane mit profilierten Wirtschaftsvertretern besetzt, wie dies die Schweizer Regierung ausdrücklich gewünscht habe, erklärte Sieber. Es verdichteten sich nun aber die Hinweise auf Fortschritte. Weiter hätten die Fachhochschulen ihre Angebote noch zu wenig konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet. Zudem müsse die Arbeitsteilung zwischen den Fachhochschulen, den Universitäten und den Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) bereinigt und der Aufbau von Netzwerken vorangetrieben werden.

Der BBT-Direktor wies darauf hin, dass es in der zweiten Etappe des Aufbaus der Fachhochschulen vorrangig um qualitative Kriterien geht, die zur Erfüllung des erweiterten Leistungsauftrags nötig sind. Nur so sei die Integration der Fachhochschulen in das Netzwerk “Hochschule Schweiz” als andersartige, aber gleichwertige Ausbildungsstätten zu bewerkstelligen. Die Konzentrations- und Koordinationsauflagen des Bundes seien für die Ausrichtung auf den internationalen Wettbewerb notwendig. Sieber machte auch deutlich, dass der Bund seine Regelungskompetenz ausschöpfen will, um der Fachhochschulreform zum Durchbruch zu verhelfen. Bei der Zuteilung der finanziellen Mittel will der Bund künftig auch die Qualität der Ausbildungsangebote berücksichtigen.

Die Landesregierung will dem Parlament laut Sieber in der zweiten Hälfte 2000 eine Zwischenbericht zur Fachhochschulreform vorlegen und darin Empfehlungen bis zum Ende der Aufbauphase geben.

Mit den Fachschulen wurde in der Schweiz neben den bestehenden Universitäten und den beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen ein neuer Hochschultyp geschaffen, der jungen leuten mit Berufslehre und Berufsmatur offensteht. Die Stärke der Fachhochschulen soll in der praxisbezogenen Ausbildung liegen, die auf der Berufslehre aufbaut und sie mit fachspezifischem Wissen ergänzt. Das Fachhochschulsystem lehnt sich an Bildungssysteme der Nachbarländer an. Ein Fachhochschuldiplom ist europakompatibel und gilt als Hochschulabschluss.

SRI und Agenturen

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