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BUNDESBANK/Weber: Anleihekauf durch EZB birgt erhebliche Risiken

Dieser Inhalt wurde am 10. Mai 2010 - 18:06 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der Kauf von Anleihen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) birgt laut Bundesbankchef Axel Weber "erhebliche stabilitätspolitische Risiken". "Daher sehe ich diesen Teil des Beschlusses des EZB-Rats auch in dieser ausserordentlichen Situation kritisch", sagte Weber der Börsen-Zeitung (Dienstag). Es komme jetzt entscheidend darauf an, diese Risiken so gering wie möglich zu halten. Daher seien die Ankäufe eng begrenzt. Sie zielten allein darauf ab, die Funktionsfähigkeit der Anleihemärkte und des geldpolitischen Transmissionsprozesses wiederherzustellen.
"Wir sind entschlossen, die derzeitige Ausrichtung der Geldpolitik durch den Anleihekauf nicht zu unterlaufen", unterstrich Weber. "Die deutsche Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass wir hier besonders wachsam sein werden."
Wenngleich Weber die angespannte Lage an den Finanzmärkten als Hauptgrund für die weitreichenden Beschlüsse der EZB vom Wochenende nannte, schränkte er ein: Die EZB-Beschlüsse seien nur in Verbindung mit den Entscheidungen seitens EU und IWF sowie den staatlichen Konsolidierungsverpflichtungen geeignet, die extreme Unsicherheit an den Finanzmärkten fundamental zu verringern, den geldpolitischen Transmissionsprozess sicherzustellen und die Stabilität des Euro zu schützen.
Europäische Union (EU) und Internationaler Währungsfonds (IWF) hatten in den Nacht zum Montag einen beispiellosen Rettungsschirm für finanzschwache Euro-Länder gespannt. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 750 Milliarden Euro. Die EZB begleitet diesen Kurs, indem sie staatliche und private Anleihen am Sekundärmarkt kauft. Dies hatte die Notenbank lange Zeit abgelehnt./bgf/he

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