Bundesrat Adolf Ogi tritt zurück

Bundesrat Adolf Ogi gibt seinen Rücktritt bekannt. Keystone

Der populäre Vorsteher des Departmentes für Verteidigung, Bevölkerungs-Schutz und Sport (VBS) und amtierende Bundespräsident hat im Bundeshaus seinen Rücktritt auf den 31. Dezember 2000 angekündigt.

Dieser Inhalt wurde am 18. Oktober 2000 - 15:29 publiziert

Nach wochenlangen Spekulationen tritt der parteiintern umstrittene Bundesrat der Schweizerischen Volkpartei (SVP) auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere auf Ende Jahr von seinem Amt zurück. Dann geht auch seine zweite Amtszeit als Bundespräsident zu Ende.

Ogis Rücktritt wird mit grosser Wahrscheinlichkeit eine intensive Debatte über die sogenannte Zauberformel auslösen. Ogi ist in der Schweizer Regierung der einzige Vertreter der SVP. Die drei anderen Regierungsparteien (CVP, SP, FDP) sind mit je zwei Mitgliedern vertreten.

Ogi vertritt im Bundesrat seit 13 Jahren den gemässigten Flügel der Schweizerischen Volkspartei, die unter der Führung des populistischen Nationalrats Christoph Blocher die grosse Siegerin der letzten Nationalratswahlen war.

Ogis Rücktritt wird deshalb auch zu einem politischen Ringen zwischen dem liberalen und dem radikalen Flügel seiner Partei führen.

Bundesrat Ogi wird seinen Landsleuten in erster Linie als Optimismus ausstrahlender Magistrat in Erinnerung bleiben. Der vielzitierte Ausspruch "Freude herrscht!" wurde zu seinem Markenzeichen. Unermüdlich rührte Ogi im In- und Ausland die Werbetrommel für eine weltoffene, aufgeschlossene Schweiz.

Zu schaffen machten dem populären Bundesrat Skandale im Militärdepartement wie z.B. die Affären Nyffenegger und Bellasi. Keinen einfachen Stand hatte Ogi auch mit seiner neuen Sicherheitspolitik, die auf eine enge Zusammenarbeit mit der Nato ausgerichtet ist. Auf Widerstand stiess Ogi auch mit seiner umstrittenen Armeereform XXI. Sein Einsatz für die Olympia-Kandidatur Sittens brachte ihm ebenfalls nicht nur Lorbeeren ein.

Adolf Ogi: Lebenslauf

Der dienstälteste Bundesrat wurde 1987 für die Schweizerische Volkspartei (SVP) in die Schweizer Regierung gewählt.

Adolf Ogi wurde 1942 in Kandersteg im Berner Oberland geboren. Nach einer kaufmännischen Aus- und Weiterbildung (unter anderem in London), wird er 1963 Leiter des Verkehrsvereins Meiringen.

Bekannt wird Adolf Ogi allerdings durch seine Tätigkeit im Schweizerischen Skiverband (SSV). 1969 bis 1974 war er technischer Direktor und 1975 bis 1981 Präsident des SSV. ("Ogis Leute siegen heute", Winter-Olympiade in Sapporo 1972). Ogi war auch viele Jahre Vizepräsident des Welt- und Europakomitees der FIS, der Fédération Internationale de Ski.

Im Jahr 1981 wechselte Ogi in die Privatwirtschaft und wurde Generaldirektor der Intersport Schweiz Holding.

Seine politische Karriere begann Adolf Ogi als Quereinsteiger 1979, als er bernischer Nationalrat der Schweizerischen Volkpartei (SVP) wurde. In der grossen Parlaments-Kammer der Schweiz blieb er bis 1987.

Am 9. Dezember 1987 wählte ihn die Vereinigte Bundesversammlung in die Landesregierung. Zuerst stand er dem Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschafts-Departement (EVED) vor. Gegen seinen anfänglichen Widerstand wurde er 1995 Verteidigungs-Minister. 1993 und 2000 war er Bundespräsdient.

In der Armee kommandierte der Gebirgsgrenadier Ogi als Major ein Gebirgsfüsilier-Bataillon. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern.

Ogis Nachfolgerin oder Nachfolger wird voraussichtlich während der Wintersession am 6. Dezember gewählt.

swissinfo

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