Buwal-Chef Philippe Roch mit dem Ergebnis der Uno-Klimakonferenz in Bonn zufrieden

Die Klimakonferenz in Bonn (25.10.-05.11.) hat nach Ansicht von Philippe Roch, Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal), den weltweiten Kampf gegen den Treibhauseffekt zumindest ein Stück vorangebracht.

Dieser Inhalt wurde am 05. November 1999 - 14:06 publiziert

Die Uno-Klimakonferenz in Bonn (25.10.-05.11.) hat nach Ansicht von Philippe Roch, Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal), den weltweiten Kampf gegen den Treibhauseffekt zumindest ein Stück vorangebracht.

Bis zur Umsetzung des Klimaschutzabkommens von Kyoto seien zwar noch schwierige Fragen zu lösen, erklärte Roch am letzten Konferenztag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Dennoch sei er zuversichtlich, dass die Arbeiten innert zwölf Monaten abgeschlossen werden könnten.

Die Verhandlungen kämen zwar nur “zu langsam” voran, räumte Roch mit Blick auf die Bonner Konferenz ein. Dies sei aber verständlich, da sich rund 180 Staaten auf ein gemeinsames Vorgehen einigen müssten.

Den grössten Widerstand gegen die Umsetzung des Klimaschutzabkommens ortetete Roch bei den OPEC-Staaten. Aber auch diese hätten dem zeitlichen Rahmen zugestimmt, in einem Jahr den Abschluss zu erreichen. Länder wie Brasilien, Indien oder China befürchteten, dass ihre wirtschaftliche Entwicklung durch die Umweltschutzmassnahmen leiden könnte. Nun sei es wichtig, Vertrauen zu schaffen, betonte der Buwal-Chef.

Bei den Beratungen in Bonn auf Ministerebene - so Roch weiter - hätten alle Staaten ihren klaren Willen ausgedrückt, die Verhandlungen im kommenden Jahr abzuschliessen. Auf der nächsten Weltklimakonferenz in Den Haag im November 2000 soll das Abkommen über die Umsetzung des Kyoto-Protokolls geschlossen und damit der Weg für die Ratifizierung geebnet werden. Falls dieser Zeitplan eingehalten wird, könnte das Regelwerk im Jahr 2002 in Kraft treten. Dazu müssen mindestens 55 Vertragsstaaten das Abkommen ratifiziert haben.

In der verbleibenden Zeit muss laut Roch unter anderem klar festgelegt werden, in welchem Umfang Umweltschutzprojekte im Ausland für die eigene Bilanz eines Staates angerechnet werden können. Die Schweiz will sich dafür einsetzen, dass dieses Instrument restriktiv gehandhabt wird. Die Verpflichtungen und Mechanismen müssen gemäss Roch exakt definiert werden, damit die Ratifizierung rasch vonstatten gehen kann. Ist das Abkommen einmal in Kraft, brauche es dann auch Kontrollen. Bisher einigten sich die Vertragsparteien lediglich auf die Pflicht, über getroffene Massnahmen Bericht zu erstatten. Da das Abkommen jedoch bindend ist, sind Instrumente nötig, mit welchen die Staaten notfalls auch bestraft werden können. Roch betrachtet das Kyoto-Protokoll in diesem Sinne nur als erste Etappe.

SRI und Agenturen

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