Calmy-Rey besucht zerstörtes Ferienparadies

Micheline Calmy-Rey muntert zwei Schweizer in einem Spital in Phuket auf. Keystone

Aussenministerin Micheline Calmy-Rey ist betroffen von der Situation in Thailand, einem von der Flutwelle vom 26. Dezember betroffenen Länder.

Dieser Inhalt wurde am 02. Januar 2005 - 17:29 publiziert

Mit einer 5-köpfigen Delegation besuchte sie Verletzte, Helfer und Helferinnen sowie Experten.

Eine Woche nach dem Seebeben in Asien besteht für 111 Schweizer Touristen praktisch keine Hoffnung mehr. Diese neue Zahl nannte das EDA am Sonntag. Die Zahl der bereits identifizierten Toten blieb bei 16.

Neben der erhöhten Opferzahl konnte Botschafter Peter Sutter vom Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) aber einen Rückgang bei den vermissten Personen von 550 auf 500 vermelden.

Die Flutwelle wird damit auch für die Schweiz zu einer der schlimmsten Katastrophen ihrer Geschichte.

Informationen aus erster Hand

Micheline Calmy-Rey zeigte sich vom Engagement der Helfer, der Botschaftsmitarbeitenden und Experten beeindruckt, wie Ivo Sieber, Informationschef des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sagte.

Die Arbeit der Schweizer Botschaft in Bangkok war in den letzten Tagen in die Kritik geraten. Sie bedaure diese Kritik, sagte Calmy- Rey in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". Sie habe für die Sorgen der Betroffenen und Angehörigen Verständnis.

Sie erklärte aber auch: "Unsere Leute arbeiten rund um die Uhr und leisten grosse Arbeit." Für diese Arbeit habe Calmy-Rey den Mitarbeitenden vor Ort danken wollen.

Calmy-Rey besuchte unter anderem ein Spital, in dem auch verletzte Schweizer behandelt wurden.

Gespräche mit Experten

Zudem sprach sie mit Schweizer Experten, die für die Identifizierung der Leichen vor Ort sind. Die Experten, so befand die Aussenministerin, leisteten eine wichtige Arbeit unter schweren Bedingungen.

Weiter traf die Bundesrätin den thailändischen Innenminister sowie den Gouverneur der Provinz Phuket. Danach flog sie nach Bangkok. Dort wird sie am Montag mit dem thailändischen Vize-Aussenminister zusammentreffen.

Nothilfebedarf evaluieren

Letzte Station des Reiseprogramms ist dann Sri Lankas Hauptstadt Colombo. Ziel der Reise ist auch, den Bedarf an Nothilfe zu evaluieren. Deshalb wird Camy-Rey von Walter Fust begleitet, dem Leiter der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

Der Chef des Schweizerisches Korps für humanitäre Hilfe (SKH), Toni Frisch, plant in der kommenden Woche einen Augenschein in der Katastrophenregion. In Begleitung des Oberfeldarztes der Armee und des Direktors des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) wird er voraussichtlich Sri Lanka und Indonesien besuchen.

Repatriierung mit Linienmaschine

Nach dem Seebeben sind aus den Krisengebieten in Sri Lanka und Thailand seit Mittwoch 80 verletzte Schweizer zurückgeflogen worden. Am Sonntag konnte erstmals ein Verletzter auf einem regulären Linienflug der Swiss repatriiert werden.

Eine Spezialvorrichtung erlaube es nun, Verletzte liegend zu transportieren, sagte Rega-Sprecher Thomas Kenner. Damit könnten Patienten auch auf regulären Linienflügen nach Hause geflogen werden.

Die Repatriierung der Verletzten wurde in Zusammenarbeit mit dem EDA, den Reiseveranstaltern und der Rega organisiert. 60 verletzte Feriengäste wurden aus Thailand, 20 aus Sri Lanka in die Schweiz zurückgeflogen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Bilanz am Sonntag:

Mehr als 130'000 Tote in den Ländern Südwest-Asiens und in Ostafrika.

Am schwersten betroffen sind Indonesien mit mehr als 80'000 Todesopfern (die Zahl könnte noch auf über 200'000 steigen), Sri Lanka mit mehr als 29'000 (könnte steigen auf 39'000) und Indien mit ungefähr 14'000.

In Thailand, wo sich die Schweizerische Aussenministerin ein Bild vor Ort gemacht hat, beträgt die Zahl der registrierten Toten 4993. Auch diese Zahl könnte sich noch auf über 8000 erhöhen.

Die Schweiz hat den Tod von 16 Landsleuten bestätigt, sie rechnet aber mit 111 weiteren Todesopfern. Von 500 Staatsangehörigen fehlt immer noch jede Nachricht.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen