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STUTTGART (awp international) - Der scheidende Celesio-Chef Fritz Oesterle sieht nach einem guten Jahr 2010 schwierige Zeiten auf Europas führenden Pharmahändler zukommen. Drei Monate vor seinem Abschied wagte der Manager nach einem satten Gewinnplus im vergangenen Jahr keine Prognose für 2011 und 2012. Er rechnet damit, dass staatliche Eingriffe im Gesundheitsmarkt zunehmend das Ergebnis belasten. "Das laufende Geschäftsjahr wird uns in dieser Hinsicht noch stärker als das Jahr 2010 herausfordern." Die Stuttgarter wollen gegensteuern und staatliche Hürden zunehmend umschiffen.
Hintergrund für den in der vergangenen Woche überraschend angekündigten Ausstieg Oesterles Ende Juni soll dem Vernehmen nach ein Streit mit Hauptaktionär Haniel über die Zukunft der Stuttgarter gewesen sein. Oesterle steht seit mehr als zwölf Jahren an der Spitze des Unternehmens. Die im MDax notierte Aktie gab am Mittwoch bis zum frühen Nachmittag um knapp ein Prozent nach.
Für 2010 präsentierte der Manager bei seiner letzten Jahrespressekonferenz als Celesio-Chef bessere Zahlen als von Experten erwartet. Das Unternehmen baute den Jahresüberschuss deutlich auf 265 Millionen Euro aus (2009: 6,5 Mio Euro). Der operative Gewinn legte um elf Prozent auf 699,2 Millionen Euro zu. Der Umsatz stieg um 8,3 Prozent auf 23,3 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 50 Cent je Aktie erhalten. "Wir haben alle unsere wesentlichen Ziele erreicht und gehen deutlich gestärkt aus dem Jahr 2010 hervor", sagte Oesterle.
Sorgen bereiten dem Manager jedoch zunehmend die ungelösten Finanzierungsprobleme der Gesundheitssysteme in Europa. "Diese veranlassen die Regierungen immer häufiger zu oft einschneidenden Massnahmen, die auf eine Kürzung von Preisen und Margen hinauslaufen", sagte Oesterle. Dies habe das Celesio-Ergebnis im vergangenen Jahr mit rund 80 Millionen Euro belastet, im laufenden Jahr werden es voraussichtlich mehr als 100 Millionen Euro sein.
Deshalb wollen die Stuttgarter das Geschäft ausserhalb regulierter Märkte und Bereiche verstärkt ausbauen. Wachsen will Celesio dabei auch über Zukäufe. Es seien bereits einige interessante Möglichkeiten ins Visier genommen worden, sagte Oesterle. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, finanziell habe Celesio aber ausreichend Kraft.
Um sich von staatlichen Eingriffen unabhängiger zu machen, baut Celesio bereits seit Jahren sein Dienstleistungsgeschäft aus. Ausserdem soll das Geschäft mit frei verkäuflichen Produkten und Eigenmarken gestärkt werden. Für das internationale Apothekengeschäft mit mehr als 2300 Standorten wird im Celesio-Vorstand deshalb spätestens ab 1. September der frühere Douglas-Manager Stephan Borchert verantwortlich sein. "Damit unterstreichen wir unser Ziel, das Geschäft mit nicht preisregulierten Produkten rund um Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden in den nächsten Jahren deutlich auszubauen", sagte Oesterle.
Zu seiner eigenen Zukunft und einen Nachfolger an der Celesio-Spitze äusserte sich der Manager nicht. "Über Personalien entscheidet der Aufsichtsrat", sagte er. Fragen zu seinem Abschied sowie zu seinem Nachfolger könne nur Haniel-Chef und Celesio-Oberaufseher Jürgen Kluge beantworten, sagte Oesterle und diktierte eine Telefonnummer. Ein Haniel-Sprecher sagte, es werde intern und extern nach einem neuen Celesio-Chef gesucht. "Das ist eine Sache, die braucht sicher ihre Zeit."
sba/DP/zb

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