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CH/Auslandsbanken 2009 mit Gewinneinbruch und Neugeldabfluss (AF)

Dieser Inhalt wurde am 26. Mai 2010 - 18:18 publiziert

(Meldung umfassend erweitert)
Zürich (awp) - Die internationalen Angriffe auf das Schweizer Bankgeheimnis und das anhaltend schwierige Marktumfeld haben im vergangenen Jahr den Auslandsbanken in der Schweiz einen Gewinneinbruch beschert. So sank der Jahresgewinn der im Verband der Auslandsbanken organisierten Institute um knapp 40% auf 1,95 Mrd CHF.
Damit sei das Resultat zwar besser als erwartet ausgefallen, aber der ersehnte Umschwung sei weiterhin ausgeblieben, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Martin Maurer, am Mittwoch anlässlich der Präsentation des Jahresberichtes 2009 vor Medienvertretern in Zürich.
Denn trotz stabileren Finanzmärkten hat sich das Vermögensverwaltungsgeschäft nicht erholt: Zwar liegen die verwalteten Vermögen der Auslandsbanken per Ende 2009 mit rund 980 Mrd CHF gut 4% höher als im Vorjahr, aber gleichzeitig verzeichnete die Organisation einen Neugeldabfluss von etwa 1,5% der im Jahresverlauf durchschnittlich verwalteten Vermögen.
Die ersten Monate des laufenden Jahres stimmen den Verband für 2010 aber zuversichtlicher. So zeichnet sich gemäss Verbandspräsident Alfredo Gysi sowohl beim Nettoneugeld als auch mit Blick auf die Erfolgsrechnung ein Aufwärtstrend ab.
Zusätzlich könnte der Schweizer Finanzplatz von der jüngsten Krise der Eurozone profitieren, meinten diverse Branchenvertreter an der Podiumsdiskussion, die der Präsentation des Jahresberichtes folgte. So sei eine gewisse Verunsicherung der europäischen Kunden festzustellen, sagte etwa Joachim Strähle, CEO der Bank Sarasin. Vor diesem Hintergrund gewinne die Stabilität des Schweizer Finanzplatzes wieder an Attraktivität.
Als vordringlich für die Sicherung der Zukunft des Schweizer Finanzplatzes erachtet der Verband der Auslandsbanken eine baldige Bereinigung der Steuerdiskussion zwischen der Schweiz und dem Ausland. Dazu unterstützen die Auslandsbanken die Einführung einer Abgeltungssteuer auf die Vermögen ausländischer Bankkunden bei Schweizer Instituten. Obwohl die EU vorderhand eine Abgeltungssteuer ablehnt und den automatischen Informationsaustausch fordert, glaubt der Verband an den Erfolg des Modells.
Denn eine Abgeltungssteuer gewähre die Trennung des Schutzes der Privatsphäre von steuerlichen Aspekten, so Gysi. Auch biete die Abgeltungssteuer die Möglichkeit die Altlast der undeklarierten Vermögen zu bereinigen, was auch im Interesse der ausländischen Steuerbehörden sei. Der Lösung des sog. Legacy-Problems müsse oberste Priorität eingeräumt werden, da ohne Klärung der steuerstrafrechtlichen Situation der Kunden, aber auch der Mitarbeiter, eine erfolgsversprechende Zukunftsstrategie undenkbar sei.
pf/ch

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