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CH/BR Leuenberger fordert bis 2050 CO2-Reduktion um 80 bis 95%

Dieser Inhalt wurde am 02. November 2009 - 19:20 publiziert

Bern/Barcelona (awp/sda) - Die Industrieländer - darunter die Schweiz - müssen ihren CO2-Ausstoss bis 2050 um 80 bis 95% gegenüber 1990 reduzieren, fordert der Weltklimarat. Ein Ziel, hinter dem Bundesrat Leuenberger steht, wie er gegenüber Brot für alle und Fastenopfer festhält.
Der Bundesrat schliesse sich der Forderung des Weltklimarates (IPCC) an, heisst es im Antwortbrief von Moritz Leuenberger auf die Klimapetition der beiden Entwicklungsorganisationen. Das Schreiben liegt der Nachrichtenagentur SDA vor, sein Inhalt wird von einem Sprecher Leuenbergers bestätigt.
Weltweit sollen laut IPCC die Treibhausgas-Emissionen um mindestens 50 bis 85% gesenkt werden. Die Industrieländer tragen dabei einen grösseren Anteil als die Entwicklungsländer.
Auch die Botschaft zur Revision des CO2-Gesetzes, die der Bundesrat im August verabschiedet hat, sieht eine entsprechende Reduktion vor, um "eine gefährliche Klimaänderung zu verhindern". Das Papier soll nächstes Jahr ins Parlament kommen.
Bei den Verhandlungen für ein neues Klimaabkommen in Kopenhagen im Dezember fordert der Bundesrat eine Reduktion von mindestens 20% bis zum Jahr 2020. Falls andere Länder zu einer höheren Reduktion bereit sind, will der Bundesrat sein Ziel bis auf 30% erhöhen.
Entwicklungsorganisationen und linke Parteien begrüssen die Schweizer Klimaziele. Während Brot für alle und Fastenopfer mit dem längerfristigen Ziel zufrieden sind, kritisieren sie das Ziel bis 2020 als "kleinmütiges Angebot", wie es in einer Mitteilung heisst.
Die Nationalräte Ueli Leuenberger von den Grünen und Roger Nordmann von der SP begrüssen die Zielvorgaben grundsätzlich, zeigen sich aber skeptisch bei der Umsetzung. Auch Urs Näf von Economiesuisse zweifelt daran, ob eine Reduktion in dieser Grössenordnung innerhalb von 40 Jahren überhaupt möglich ist: Das sei eine "heroische Aufgabe", die nicht finanzierbar sei.
Derweil wurde in Barcelona an der letzten UNO-Vorkonferenz weiterhin um gemeinsame Positionen gerungen. Zum Auftakt gerieten die USA erneut als Blockierer der Verhandlungen für ein neues Weltklima-Abkommen in die Kritik.
Wenn die USA nicht endlich Klarheit schaffen über ihre eigenen Klimaziele und ihren finanziellen Beitrag zum Klimaschutz der Länder des Südens, drohe der Weltklimagipfel zu scheitern, sagte UNO-Klimachef Yvo de Boer.
Auch Umweltorganisationen übten scharfe Kritik an der US-Regierung. Aus Protest kletterten Aktivisten von Greenpeace auf die Baukräne an der Kirche Sagrada Familia. Sie entfalteten am Wahrzeichen der Stadt Transparente mit der Aufschrift "Rettet das Klima".
Rund 4'000 Teilnehmer und Regierungsvertreter aus aller Welt wollen bis Freitag in Barcelona die Entwürfe für eine Vereinbarung in Kopenhagen vorbereiten. Die Aussichten für einen Durchbruch gelten als gering.
Nach zwei Jahren Verhandlungen gibt es noch viele offene Punkte vor allem zwischen Industrieländern auf der einen sowie Schwellen- und Entwicklungsländern auf der anderen Seite. In Kopenhagen soll eine Nachfolge-Vereinbarung für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zur Verminderung von Treibhausgasen getroffen werden.
cf

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