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Jakarta (awp/sda) - Die Schweiz will stärker vom Wirtschaftsboom in Asien profitieren. Auf ihrem Staatsbesuch in Indonesien hat Bundespräsidentin Doris Leuthard Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen lanciert. Auch Wirtschaftsvertreter sehen grosse Chancen. Sie fürchten aber Bürokratie, Korruption und Protektionismus.
Indonesien hat ein riesiges Potenzial, sagte Leuthard auf ihrem dreitägigen Staatsbesuch. Dem südostasiatischen Inselstaat wird eine dynamische Entwicklung vorausgesagt, an der auch die Schweiz teilhaben möchte.
Nun hat Leuthard während ihres Treffens mit dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono Verhandlungen über ein umfassendes wirtschaftliches Partnerschaftsabkommen zwischen EFTA und Indonesien lanciert. Die Schweiz hat derzeit den Vorsitz der Europäischen Freihandelsassoziation inne.
Das Abkommen ist ein weiterer Meilenstein in den bilateralen Beziehungen, sagte Leuthard im Anschluss an das Treffen im Präsidentenpalast in Jakarta. Yudhoyono bezeichnete die Gespräche als sehr produktiv.
Wenn das Abkommen richtig formuliert sei und sich nicht auf den freien Marktzutritt beschränke, sei es gut für beide Seiten. Die Vereinbarung soll den Güter- und Dienstleistungshandel, Investitionen, den Schutz des geistigen Eigentums, das Beschaffungswesen und die wirtschaftliche Kooperation abdecken.
Auf ihrem Staatsbesuch wurde Leuthard von rund 20 hochrangigen Schweizer Wirtschaftsvertretern begleitet. Eine Frage stellten sie immer wieder: Werden sich die beiden Länder nicht gegenseitig das Wasser abgraben?
Nein, antwortete Wirtschaftsministerin Leuthard. Sie sei überzeugt, dass sie sich vielmehr ergänzen werden. Dies veranschaulichte sie mit einem Beispiel: Die indonesische Firma Indorama - die weltgrösste Herstellerin von Polyester arbeitet mit Maschinen von Rieter aus Winterthur und exportiert die entstehenden Textilien dann in alle Welt.
Die neuen Beziehungen zu Indonesien stehen symbolisch für die Strategie der Schweiz, sich angesichts von Staatsdefiziten und bescheidenen Wachstumsraten in Europa stärker nach Asien auszurichten.
Indonesien ist ein wichtiger neuer Pfeiler in dieser Strategie, sagte Leuthard. Sie sei überzeugt, dass das Land für die Schweiz ein ganz wichtiger Partner sein werde allein schon der Grösse des Marktes wegen. In dem grössten muslimischen Land der Welt leben fast 230 Millionen Menschen.
Auch die Vertreter der rund 20-köpfigen Wirtschaftsdelegation sehen grosse Chancen im Land. Sie haben allerdings grossen Respekt vor Bürokratie, Korruption und Protektionismus.
Rolf Jeker, Verwaltungsratspräsident der OSEC, die Schweizer KMU bei ihrem Markteintritt im Ausland begleitet, sieht nicht zuletzt deshalb ein grosses Potenzial in Indonesien, weil beinahe unbegrenzt Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.
"Noch ist es aber nicht einfach, hier zu geschäften", sagte Jeker in Jakarta zur Nachrichtenagentur SDA. Er stellt fest: Die Korruption ist noch nicht ausgemerzt, und nationalistische Tendenzen sind für ausländische Investoren eine Erschwernis. Die besten Marktchancen räumt er Konsumgütern wie Uhren und Nahrungsmitteln sowie der Maschinenindustrie ein.
Für economiesuisse-Präsident Gerold Bührer ist Indonesien ein Land, das man vertieft anschauen müsse, weil es grosse Chancen und ein überdurchschnittliches Wachstum verspreche, wie er im Gespräch mit der SDA sagte. Auch Bührer hält Zollbürokratie, Korruption und Protektionismus für die grössten Hindernisse für Investoren. Die besten Marktchancen sieht er in den Bereichen Maschinenbau, Gesundheit, Infrastruktur und allenfalls Investmentbanking.
Indonesien gehört zu den sieben Schwerpunktländern der Schweiz für die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die Handelsbeziehungen bewegen sich jedoch auf bescheidenem Niveau: 2009 exportierte die Schweiz Güter im Wert von 372 Mio CHF nach Indonesien vor allem Maschinen (47%), chemische Produkte und Pharma-Rohstoffe.
Im Gegenzug exportierte Indonesien Waren für 171 Mio CHF in die Schweiz, in erster Linie Agrarprodukte, Kleider und Schuhe. Laut SECO sind über 70 Schweizer Firmen vor Ort. 2008 trat die Schweiz mit 5,9 Mrd CHF als Direktinvestorin auf.
Damit lag sie laut indonesischen Angaben an 13. Stelle der Liste der ausländischen Direktinvestitionen, und schuf so laut Nationalbank in Indonesien über 40'000 Arbeitsplätze. Die indonesische Wirtschaft wuchs in den letzten Jahren durchschnittlich um 5%.
mk

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