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CH/Gaillard: Lohnverteilung relativ ausgeglichen - Kritik an hohen Managerlöhnen

Dieser Inhalt wurde am 03. Mai 2010 - 06:40 publiziert

Bern (awp/sda) - Der Direktor für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft, Serge Gaillard, hat die Lohnsituation gelobt: "Wir haben in der Schweiz eine relativ ausgeglichene Verteilung der Löhne", sagte er in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag".
Insgesamt seien die Lohnunterschiede nicht grösser geworden. "Die tieferen Löhne haben sich sogar den mittleren angenähert", sagte der frühere Sekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Er teilte aber die Kritik der Teilnehmer der 1.-Mai.-Kundgebungen vom Samstag an Millionen-Boni und -Salären.
Die Managerlöhne seien zuletzt "überproportional gestiegen". Manche seien gar "ausser Kontrolle" geraten. "Dieses Phänomen droht die ausgeglichene Lohnstruktur in der Schweiz immer mehr zu gefährden, weil im Windschatten dieser schlechten Beispiele die Kaderlöhne generell überproportional erhöht werden."
Zugleich wandte sich Gaillard gegen einen gesetzlichen Mindestlohn. Die Gewerkschaften haben kürzlich eine Initiative für einen solchen von 22 CHF pro Stunde angekündigt. Dies entspricht bei einer 40-Stunden-Woche einem Monatslohn von 3800 CHF.
Gaillard sagte, das System der Gesamtarbeitsverträge habe sich bewährt. Die zwischen den Sozialpartnern ausgehandelten Mindestlöhne seien im internationalen Vergleich relativ hoch. "Staatliche Mindestlöhne liegen meist deutlich tiefer." Er räumte ein, dass bei Dienstleistungen und im Tessin "tiefere Löhne relativ häufig" vorkämen.
Kritisiert wurde am 1. Mai auch die Revision der Arbeitslosenversicherung (ALV), gegen die Gewerksschaften, SP und Grüne das Referendum ergriffen haben. Bundesrat und Parlament wollen unter anderem jüngeren Arbeitslosen die Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld kürzen.
Gaillard verteidigte die Kürzungen mit dem Schuldenberg der ALV. Zudem werde die ALV solidarischer: In Zukunft werde auf hohen Einkommen ein Sonderbeitrag erhoben. "Heute zahlt man auf dem Einkommen, das 126'000 CHF pro Jahr übersteigt, keine Beiträge."
uh

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