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Bern (awp/sda) - Bei den GAV-Verhandlungen im Baugewerbe stehen die Zeichen aus Gewerkschaftssicht auf Konfrontation: Die 300 Delegierten des Unia-Bauarbeiterparlaments wollen, dass die Gewerkschaft lediglich über Verbesserungen verhandelt - Verschlechterungen sind ausgeschlossen.
Gleichzeitig wiesen die Delegierten der Berufskonferenz Bau, wie sich das Bauarbeiterparlament nennt, "den vom Schweizerischen Baumeisterverband geforderten sozialen Kahlschlag" zurück. Dies beschlossen sie in Bern, wie die Unia mitteilte.
Laut Communiqué waren sich die 300 Delegierten einig: Der Baubranche gehe es so gut wie seit Jahren nicht mehr. Deshalb sei jetzt der Zeitpunkt gekommen, um die Defizite bei den Arbeitsbedingungen auszugleichen. "Die Stimmung war sehr emotional", sagte Unia-Sprecher Nico Lutz auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. "Es steht ein heisser Bauherbst bevor."
Die Unia verweist auf eine Umfrage, die sie vor wenigen Monaten bei gut 16'000 Bauarbeitern durchgeführt hat. Die Befragten forderten insbesondere die volle Lohnfortzahlung bei unverschuldeten Arbeitsausfällen, eine klare Regelung für die Arbeit bei Schlechtwetter und einen besseren Kündigungsschutz für ältere und gewerkschaftlich aktive Bauarbeiter.
Kein Verständnis zeigten die Unia-Vertreter an der Versammlung für die Forderungen des Baumeisterverbands, die sie einstimmig zurückwiesen. Die Delegierten sprachen von "Durchlöcherung der Mindestlöhne" und "völliger Deregulierung" der Arbeitszeit.
Das Bauarbeiterparlament grenzte deshalb das Mandat für die Verhandlungsdelegation zur Erneuerung des GAV - der Landesmantelvertrag genannt wird - ein: Sie darf mit den Baumeistern nur über Verbesserungen verhandeln, Verschlechterungen sind ausgeschlossen.
"Es kann nicht sein", wird Bau-Sektorleiter Hansueli Scheidegger in der Mitteilung zitiert, "dass es der Bauwirtschaft immer besser geht und die Bauarbeiter, die die guten Ergebnisse erarbeiten, Verschlechterungen erfahren sollen." Im Anschluss zogen die Bauarbeiter in einem Demonstrationszug durch die Stadt Bern.
Der Landesmantelvertrag regelt die Arbeitsbedingungen von rund 100'000 Bauarbeitern. Er ist damit einer der wichtigsten Gesamtarbeitsverträge der Schweiz.
Das Klima zwischen Bauarbeitern und Baumeistern ist besonders angespannt, seit die Baumeister im vergangenen Dezember die Lohnverhandlungen abgebrochen haben. Auch für die GAV-Verhandlungen zeichnet sich aus Sicht der Unia "ein massiver Konflikt" ab.
Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) kommentierte die Forderungen der Gewerkschaft Unia mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen nicht. Ziel sei, 2012 einen allgemeinverbindlichen Landesmantelvertrag in Kraft setzen zu können, der für die ganze Branche gelte, sagte SBV-Vizedirektor Martin Fehle auf Anfrage.
Der SBV hoffe, die Verhandlungen in den kommenden Monaten abschliessen zu können. Die nächste Verhandlungsrunde im Plenum sei auf den 19. April angesetzt. Der geltende Vertrag läuft laut Fehle Ende Jahr aus.
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