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(Fasst Meldungen zu Travail.Suisse, Detailhandelsumsaz, Einkaufsmanager-Index und KOF-Arbeitsmarktbarometer zusammen.)
Bern (awp/sda) - Mit dem Ende der Wirtschaftskrise geben die Gewerkschaften ihre Zurückhaltung auf. Der Arbeitnehmerverband Travail.Suisse fordert, dass die Unternehmen die Löhne um bis zu 3 Prozent erhöhen. Zudem sei ein Teuerungsausgleich von 1,1 Prozent angezeigt.
Bei einem erwarteten Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent im laufenden Jahr lägen Lohnerhöhungen drin, sagte Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse, am Montag vor den Medien in Bern. 2010 hätten die Angestellten einen Reallohnverlust hinnehmen müssen.
Die Gewerkschaften Syna und transfair, die Travail.Suisse angehören, wollen mit Forderungen nach 0,5 bis 3 Prozent höheren Löhnen in die Verhandlungen steigen. Bis zu 3 Prozent wollen sie auf dem Bau und in der Dienstleistungsbranche durchsetzen. Die Exportindustrie, die wegen des starken Franken unter Druck steht, wird dagegen mit etwas tieferen Forderungen konfrontiert.
Bei den bundesnahen Betrieben wie Post, SBB und Swisscom verlangt die Gewerkschaft transfair angesichts guter Resultate eine Beteiligung am Gewinn. Bei den Löhnen hält sie eine Erhöhung von bis zu 2 Prozent als problemlos möglich.
Keine Lohnerhöhungen stehen im nächsten Jahr in der Gastronomie an. Weil dort der neue Gesamtarbeitsvertrag Lohnerhöhungen ab 2012 vorsieht, stellt Hotel & Gastro Union keine konkreten Forderungen.
TEUERUNG VOLL AUSGLEICHEN
Zudem pochen die Arbeitnehmervertreter auf einen vollen Teuerungsausgleich. Dieser dürfte sich auf 1,1 Prozent belaufen. Da die erneut stark steigenden Krankenkassenprämien darin nicht eingerechnet seien, dränge sich ein Teuerungsausgleich erst recht auf, sagte Blank.
Der Bund erhöht zudem die Abzüge für die Arbeitslosenversicherung und die Erwerbsersatzordnung, zudem steigt die Mehrwertsteuer zur Sanierung der IV.
Reale Lohnerhöhungen müssten dringend den privaten Konsum stützen, damit die Kaufkraft die Wirtschaft ankurbeln könne, sagte Blank. Dass der Konsum als wichtigste Stütze der Wirtschaft tatsächlich schwächelt, zeigen die Umsätze der Detailhändler vom Juni, die um 0,7 Prozent gesunken sind, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) bekannt gab.
Handlungsspielraum sahen viele Manager trotz Krise bei sich selbst: Dem Reallohnverlust der "normalen" Arbeitnehmenden stünden um rund 20 Prozent höhere Löhne im Management entgegen, hielt Syna-Vizepräsident Arno Kerst fest. Die Manager hätten lohnmässig die Krise schon 2009 hinter sich gelassen.
NOCH IMMER UNSICHERHEITEN
Jürg Zellweger, Geschäftsleitungsmitglied beim Arbeitgeberverband, erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA: "Wir sehen aber keinen Nachholbedarf bei den Lohnerhöhungen." Noch immer bestünden Unsicherheiten: Absatzmärkte seien von der Euro-Krise betroffen, und den Exportbranchen mache der starke Franken zu schaffen.
Die Schweizer Industrie erholt sich aber weiter von ihrer tiefen Krise. Laut dem Einkaufsleiter-Index (PMI), waren die Kapazitäten im Juli so stark ausgelastet, dass bereits Lieferengpässe auftreten. Die Produktion erreicht annähernd wieder das Niveau von Mitte 2006.
Die Einstellung von Arbeitskräften hat sich in der Industrie zwar verlangsamt. In den meisten Branchen entwickelt sich der Arbeitsmarkt aber positiv.
Im vierten Quartal dürften die Unternehmen, mit Ausnahme des Gastgewerbes, wieder vermehrt Mitarbeiter einstellen, prognostizieren die Ökonomen der ETH Zürich. Gibt es weniger Stellensuchende, trägt dies tendenziell zu höheren Löhnen bei.
rt

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