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Adelboden BE (awp/sda) - Die Investitionsversprechen aus dem Morgenland haben sich offenbar als Fata Morgana erwiesen: Den kuwaitischen Investoren fehlt das Geld für das Alpenbad im Berner Oberländer Tourismusort Adelboden. Sie ziehen sich aus dem Projekt zurück.
Die Muttergesellschaft Pearl of Kuwait Real Estate Company konnte Ende April die vertraglich vereinbarten Projektrechnungen nicht mehr zahlen und brach das Vorhaben in Adelboden ab, wie deren Tochtergesellschaft Pearl of Switzerland Development AG am Montag mitteilte.
Als Grund für ihren Abgang machen die Kuwaitis unter anderem "wirtschaftliche Gegebenheiten im Finanzmarkt" verantwortlich, sprich die Finanzkrise. Nun müssen die Verantwortlichen neue Investoren für das 140 Mio. Fr. schwere Projekt suchen.
Noch im Dezember seien die kuwaitischen Investoren in Adelboden gewesen und hätten ihre Absichten bekräftigt, erzählt Roland Huber, Direktor von Adelboden Tourismus auf Anfrage. Er sei deshalb schon überrascht gewesen, und hellhörig geworden, als er nun von deren Rückzug erfahren habe.
Die Gemeindeverantwortlichen von Adelboden wurden am Montagabend eingehend informiert. Am Dienstag ist eine Gemeinderatssitzung geplant. Dann könne man zum geplatzten Deal mit den Kuwaitis Stellung nehmen, hiess es auf Anfrage.
Das Projekt und das Baurecht für das Alpenbad liegt nun bei der Swiss SpaGroup AG. Deren Geschäftsführer, Rolf Wieland, bestätigte auf Anfrage, dass man in den nächsten 18 Monaten neue Investoren finden wolle.
Das Projekt sei aber gut aufgestellt und in einen Masterplan eingebunden. Er sei überzeugt, dass es realisiert werden könne. Auch Tourismusdirektor Huber ist zuversichtlich, dass dies gelingt.
Tatsächlich fehlt einzig noch das Geld. Das Volk hatte sich an der Urne zweimal zum Projekt bekannt und seit Ende 2009 liegt auch die Baubewilligung vor.
Die Idee für ein Hotel- und Bäderprojekt auf dem Areal des ehemaligen Hotels Nevada ist rund zehnjährig. Zunächst war die Rede von einem 44 Mio CHF teuren Projekt, später stiegen die veranschlagten Kosten auf 88, 100, 116 und nun gegen insgesamt 140 Mio CHF.
Das hänge mit den Ausbauwünschen der kuwaitischen Investoren zusammen, führte Wieland aus. Diese hätten hohe Ansprüche, insbesondere an die Ausstattung des geplanten Fünfsternhotels, gestellt.
Innerhalb der Baubewilligung könne aber beispielsweise auch ein Viersternhotel realisiert werden, zu dementsprechend geringeren Kosten.
Das Alpenbad beinhaltet neben dem Hotel eine Spa-Anlage mit 14 Becken drinnen und draussen. Die Verantwortlichen rechnen mit 850 Besuchern pro Tag, wie sie auf ihrer Homepage schreiben.
ch

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