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Bern (awp/sda) - Die Post soll bei der Grundversorgung keine weiteren Abstriche machen. Dies fordert der Leiter der Postregulationsbehörde PostReg, Marc Furrer, in seinem Jahresbericht 2009.
Zwar seien die Briefe im vergangenen Jahr wieder vermehrt pünktlich angekommen, hält Furrer fest. Dies sei erfreulich. Die Tendenz zum Leistungsabbau bleibe aber. Die Konsumenten reagierten darauf zunehmend verärgert.
"Bei der Versorgung des Bürgers darf nicht weiter gespart werden", fordert der PostReg-Chef im am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht. Dass eine Marktöffnung nicht mit Leistungsabbau einhergehen müsse, zeigten Untersuchungen in anderen Ländern. Die Post müsse einen "Marschhalt" einschalten.
Sorgen bereitet der Behörde zum Beispiel das Projekt "Distrinova" in der Ostschweiz: Die Briefe für die Zustelltour werden maschinell statt durch den Briefträger sortiert.
Wird das System definitiv eingeführt, erhalten Privatkunden die Post künftig erst am Nachmittag. Zudem müsste mit einem Abbau von Arbeitsplätzen zu gerechnet werden. Entscheide sind für 2011 zu erwarten, wie die PostReg schreibt. 2008 war die Post mit ähnlichen Versuchen im Kanton Waadt auf Kritik gestossen.
Die PostReg nahm auch Neuerungen beim Angebot unter die Lupe. Dass die Post Briefsendungen, die dicker als 2 Zentimeter sind, nicht mehr als Briefsendungen annimmt, bezeichnet die Behörde als "unbefriedigend".
Weil die Sendungen neu als Pakete gelten, ist ihr Preis stark gestiegen. Zwar sei die Post zu dieser Änderung berechtigt, hält die PostReg fest. Die Post habe aber sehr zurückhaltend informiert und viele Kunden verärgert.
Ärger verursachte 2009 auch, dass immer mehr Briefkästen nur am Morgen geleert werden. In der Stadt Bern löste dies ein so grosses Echo aus, dass die Post die Situation noch einmal überdachte und entschied, gewisse Briefkästen wieder am Nachmittag zu leeren.
"Tatsache bleibt allerdings, dass seit längerer Zeit gesamtschweizerisch mehr als die Hälfte der Briefeinwürfe vor 12 Uhr geleert werden", schreibt die Regulationsbehörde dazu. Aus ihrer Sicht sei dies ein "klarer Abbau der Grundversorgungsqualität".
Weiter stellt die PostReg fest, dass es trotz Liberalisierung bei der Briefpost noch keinen Wettbewerb gibt: Obwohl nun auch private Postanbieter Briefe über 50 Gramm befördern dürfen, verfügt die Post bei den adressierten inländischen Briefen nach wie vor über einen Marktanteil von über 99%.
Ein grosser Teil der Briefe wiege unter 20 Gramm, hält die PostReg fest. Ein echter Wettbewerb könne somit erst mit einer vollständigen Marktöffnung erfolgen. Immerhin hat sich die Anzahl der Briefe, die von privaten Anbietern befördert wurden, aber mehr als verdoppelt, auf über 400'000 Stück.
Dem Jahresbericht ist auch zu entnehmen, dass die postalische Grundversorgung im Jahr 2009 mit 706,2 Mio CHF eigenfinanziert war. Allerdings habe sich die Situation gegenüber dem Vorjahr verschlechtert, schreibt die PostReg.
Die Hauptgründe dafür seien Preisveränderungen und höhere Löhne. Der Rückgang bei den Briefen habe nur eine kleine Wirkung, und auch die schrittweise Öffnung des Marktes bereite der Post keine Schwierigkeiten.
Insgesamt stellt die PostReg der Post ein gutes Zeugnis aus: Die Qualität der Grundversorgung habe sich 2009 verbessert, schreibt die Behörde und erinnert daran, dass 97,7% der A-Post-Briefe pünktlich ankamen.
mk

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