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CH/Steuerstreit: 8'231 Franzosen auf geklauten HSBC-Daten

Dieser Inhalt wurde am 14. April 2010 - 10:00 publiziert

PARIS (awp international) - Die französische Regierung wollte mit entwendeten Kundendaten einer Schweizer Bank 3'000 Steuersünder ertappen: Tatsächlich konnten aber sogar 8'231 Franzosen mit Hilfe der verschlüsselten Kundendaten der HSBC Private Bank ermittelt werden, die ein Mitarbeiter des Genfer Geldhauses den französischen Behörden zugespielt hatte. Insgesamt seien 127'000 Konten von 79'000 Kunden identifiziert worden, teilte der Staatsanwalt von Nizza, Eric Montgolfier, nach französischen Rundfunkberichten vom Mittwoch mit.
Die Datensätze stammen von dem HSBC-Informatiker Hervé Falciani, der sich nach Frankreich abgesetzt hat. Die HSBC Private Bank sprach von Diebstahl, gab aber nur den Verlust der Daten von bis zu 24'000 Kunden zu. Der Datensatz weckt auch das Interesse der italienischen Steuerfahnder, weil er mehr als 7'000 Italiener erfasst.
Der Fall hatte 2009 zu heftigem diplomatischem Streit zwischen Frankreich und der Schweiz geführt. Bern verlangte Falcianis Auslieferung und drohte, ein neues Doppelbesteuerungsabkommen platzen zu lassen. Pariser Senatoren wollten die Schweiz auf die Schwarze Liste der Steuerparadiese setzen. Am Ende kopierten die Franzosen die Datensätze und gaben sie an die Schweiz zurück./hn/DP/tw

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