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Bern (awp/sda) - Die Betreiber von Schweizer Atomkraftwerken stehen wegen zweifelhaften Uran-Geschäften mit Russland in der Kritik. Das Uran für ihre Brennstäbe stammt zum Teil aus der russischen Wiederaufbereitungsanlage Majak - einer der verstrahltesten Orte der Welt.
Die Betreiber der Atomkraftwerke Gösgen und Beznau bestätigten am Mittwoch gegenüber der Sendung "Rundschau" des Schweizer Fernsehens SF erstmals, dass ihre Brennstäbe zum Teil wiederaufbereitetes Uran aus Majak enthalten. Sie waren in der Sendung mit Recherchen von Greenpeace konfrontiert worden.
Mit dem Eingeständnis stehe die von der Atomindustrie gerühmte "saubere Atomenergie" in einem sehr dunklen Licht, schreibt die Umweltorganisation am Donnerstag in einer Mitteilung.
Majak gilt neben dem ukrainischen Tschernobyl als verstrahltester Ort der Welt. In den Fünzigerjahren explodierte dort ein Tank mit hoch radioaktivem Plutonium. Heute werden laut Greenpeace radioaktive Abwasser der Anlage direkt in den Fluss Tetscha geleitet, weitere radioaktive Flüssigkeiten lagerten kaum gesichert unter freiem Himmel.
Die Krebsrate der einheimischen Bevölkerung ist nach Angaben der Umweltorganisation überdurchschnittlich hoch, ebenso die Zahl der Fehlgeburten oder Geburten schwerstbehinderter Kinder.
"Dass die verheerendsten Umweltverbrechen an entlegenen Orten wie Majak stattfinden, entbindet die Schweizer AKW-Betreiber nicht von ihrer Verantwortung", zitiert Greenpeace ihren Atomexperten Stefan Füglister in der Mitteilung. "Wer mit Partnern Handel treibt, denen schwere Umweltvergehen angelastet werden, macht sich mitschuldig."
Manfred Thumann, Chef des Stromkonzerns und Beznau-Besitzers Axpo, kündigte in der "Rundschau" an, sein Konzern werde die Verträge mit seinen Lieferanten präzisieren und darin Herkunftsnachweise für das bezogene Uran einfordern. Danach gelte es zu beurteilen: "Ist die Lieferkette für uns akzeptabel oder nicht?"
Eigentümer des Kraftwerkes Gösgen sind Alpiq mit 40%, Axpo mit 25%, CKW mit 12,5%, die Stadt Zürich (EWZ) mit 15% und die Stadt Bern mit 7,5%. Für die Geschäftsführung ist die Alpiq verantwortlich.
cc

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