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CH/UBS prognostiziert für 2011 Nominallohnsteigerung von durchschn. 1,6% (AF)

Dieser Inhalt wurde am 29. Oktober 2010 - 15:05 publiziert

(Meldung wurde umgeschrieben und ausgebaut)
Zürich (awp/sda) - Nach dem Ende der Rezession fallen die Lohnerhöhungen in der Schweiz weniger üppig aus als auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise. Dieses Jahr ist der Salärzuwachs moderat, wie die UBS am Freitag in ihrer Lohnumfrage bekannt gab.
Die befragten Unternehmen hätten angegeben, die Löhne um 1,1% angehoben zu haben, teilte die Grossbank mit. Die geringste Erhöhung gewährte Metallindustrie (+0,1%) und die Textilindustrie (+0,5%), die grösste der Detailhandel, die Finanzbranche, das Gesundheits- und Sozialwesen (je +1,5%) sowie die Dienstleister für Unternehmen (+1,7%).
Bei einer Jahresteuerung von 0,7% bleibt den Schweizer Angestellten damit im Schnitt real lediglich noch 0,4% mehr Salär.
2009 hatte der Verdienst der Arbeitnehmenden im Schnitt um 2,1% zugenommen. Da die Konsumentenpreise gleichzeitig um 0,5% gesunken waren, kletterten die Löhne real gar um 2,6%. Das war der höchste Anstieg seit Beginn der Statistik im Jahr 1987.
Zu verdanken war der saftige Zuschlag dem Umstand, dass die Löhne für 2009 bereits im Herbst 2008 vereinbart worden waren, als die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Wirtschaft noch nicht vollständig durchgeschlagen hatten.
2008 waren die Saläre ebenfalls kräftig um 2% gestiegen. Allerdings hatte damals die hohe Teuerung infolge der Ölpreishausse den Arbeitnehmenden alles weggefressen, real war ihnen gar 0,4% weniger im Portemonnaie geblieben.
Im nächsten Jahr dürften die Löhne im Durchschnitt wieder um 1,6% steigen und damit genauso stark wie 2007. Erneut macht sich die Teuerung bemerkbar, die mehr als die Hälfte der Lohnerhöhung aufzehrt. Für das nächste Jahr rechnet die UBS mit einer Teuerung von 0,9%. Damit werden die Löhne 2011 real um 0,7% steigen.
Nach dem überraschend starken Aufschwung, den die Schweizer Wirtschaft 2010 erlebt habe, bestehe nun vielerorts Nachholbedarf, stellt die UBS fest. Gerade in der Metall- und Elektroindustrie (+2%) sowie im Baugewerbe (+1,8%) würden die Lohnerhöhungen deutlich höher ausfallen als im Vorjahr, schätzt die Grossbank.
Angelangt ist man dort aber noch nicht: Auf dem Bau haben die Arbeiter eine Protestwoche durchgeführt, weil sie mit dem Lohnangebot der Baumeister (+0,6%) unzufrieden sind.
Mehrere Branche gewähren laut UBS 2011 mittlere Nominallohnerhöhungen von 2%: Neben der Metall- und Elektroindustrie, der IT- und Telekombranche setzten sich das Autogewerbe sowie das Gesundheits- und Sozialwesen an die Spitze des Branchenvergleichs.
Am unteren Ende sind der öffentliche Sektor, der Tourismus, der Konsumgütersektor (ohne Lebensmittel) sowie die Uhren- und Textilindustrie. Diese dürften einen Aufschlag von 1% gewähren.
Obwohl die Wechselkurse in exportorientierten Branchen für Unsicherheiten sorgten, blickten die Unternehmen mit Optimismus in die Zukunft und rechneten mit einem moderaten Wirtschaftsaufschwung im nächsten Jahr, hiess es. Die UBS ihrerseits erwartet ein Wachstum des Bruttoinlandproduktes von 2,3%.
Die Umfrageteilnehmer rechnen mit einer weiter sinkenden Arbeitslosigkeit. Auch die UBS teilt diese Einschätzung und erwartet für 2011 einen Rückgang der Arbeitslosigkeit im Jahresmittel auf 3,4% nach 3,9% im laufenden Jahr.
An der jährlichen Herbstumfrage der UBS zu den Löhnen haben dieses Jahr 315 Unternehmen sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände aus 22 Branchen teilgenommen.
mk

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