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Zürich (awp/sda) - Die Gewerkschaft VPOD ist am Montag aus den Mediationsgesprächen mit den Verkehrsbetrieben der Stadt Zürich (VBZ) über bessere Arbeitsbedingungen ausgestiegen. Am Dienstag will die Gewerkschaft entscheiden, ob das Fahrpersonal in einen Streik tritt.
Stadtrat Andres Türler und VBZ-Direktor Guido Schoch bezeichneten an einer eiligst einberufenen Medienkonferenz in Zürich den Ausstieg des VPOD aus der Mediation als "sehr bedauerlich". Das Ausscheren zum jetzigen Zeitpunkt sei "unverständlich und verantwortlungslos".
Türler warf der Gewerkschaft vor, sie stelle Forderungen ohne Rücksicht auf den grossen Kostendruck, der auf den Unternehmen des öffentlichen Verkehrs und namentlich auf den VBZ laste. Die Stadt Zürich habe für den öffentlichen Verkehr einen Versorgungsauftrag, den sie nach dem Gebot der Wirtschaftlichkeit erfüllen müsse.
Zu weit gehende Forderungen
Seit über 10 Jahren fordert der VPOD einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die VBZ-Angestellten. Zudem will er laut Generalsekretär Stefan Giger verhindern, dass die Arbeitszeiten schleichend zunehmen. Nicht akzeptabel sei auch, dass die VBZ dem Fahrpersonal anstelle der bisherigen Jahresplanung eine individuelle Dienstplanung aufzwingen wolle.
Türler und Schoch zeigten Verständnis für die Forderung nach einem GAV. Das sei ein geeigneter Weg, um allen Transportunternehmen gleich lange Spiesse zu verschaffen, erklärte Türler. Ein GAV mache aber nur Sinn, wenn er allgemein verbindlich erklärt werden. Der Zürcher Kantonsrat habe entsprechende Vorstösse jedoch bereits zweimal abgelehnt.
Im übrigen verlange der VPOD vom Stadtrat Zugeständnisse an das Fahrpersonal, die über die gesetzlichen Ansprüche hinausgingen und mit denen die VBZ-Mitarbeitenden besser gestellt würden als das übrige städtische Personal. Der Lohn des Fahrpersonals liege bereits heute über dem branchenüblichen Niveau, stellte Schoch fest.
VBZ droht Verlust von Buslinien
Stadtrat Andres Türler wies ausserdem auf die Bahnreform 2 hin, die derzeit in den eigenössischen Räten diskutiert wird. Mit der Revision des Personenbeförderungsgesetzes zeichne sich ab, dass in Zukunft regionale Buslinien ausgeschrieben werden müssten.
Den VBZ drohe damit der Verlust weiterer Buslinien, weil sie bei der Produktivität nicht mit privaten Anbietern mithalten könnten. "Würden die gewerkschaftlichen Forderungen erfüllt, wäre die Ausgangslage für die VBZ noch schlechter als heute", betonte Türler.
VPOD entscheidet über Kampfmassnahmen
Nach dem Ausstieg des VPOD aus den Mediationsgesprächen will der Stadtrat das Verfahren mit den beiden andern Gewerkschaften syna und transfer fortsetzen. Die Gespräche würden innerhalb der nächsten anderthalb Wochen wieder aufgenommen, sagte Türler. Für den VPOD bleibe die Tür aber offen.
Eine Rückkehr an den Verhandlungstisch steht für den VPOD derzeit nicht zur Diskussion. Seit einem Jahr sei nun geredet worden, ohne dass die Verhandlungen nur einen Millimeter vorangekommen seien, erklärte Stefan Giger. "Wir fühlen uns nicht ernst genommen."
Am Dienstagabend will die Vollversammlung deshalb darüber entscheiden, ob und welche Kampfmassnahmen am Mittwoch ergriffen werden sollen. Im VPOD sind rund 40 Prozent des Fahrpersonals organisiert.
Guido Schoch betonte vor den Medien, die VBZ würden bei einer allfälligen Streikaktion alles unternehmen, um die frequenzstärksten Bus- und Tramlinien betreiben zu können.

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