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Pfäffikon (awp) - Der Bekleidungskonzern Charles Vögele ist 2009 in die roten Zahlen gerutscht. Der Ausverkauf des überalterten Warenlagers belastete das Ergebnis und die Aktionäre müssen auf eine Dividende verzichten. Im laufenden Jahr soll aber wieder ein Gewinn herausspringen.
"Unsere Modekompetenz wird im Markt als relativ gering angeschaut", räumte CEO André Mäder am Dienstag vor den Medien unumwunden ein und bezog sich damit auf die immergleichen Kollektionen in den Verkaufsstellen. Früher hätten es Kollektionen vier bis fünf und in Extremfällen bis zu neun Jahre lang immer wieder in die Läden geschafft, sagte er.
2009 VON LAGERVERKAUF BELASTET
Als Folge des "Hortens" nicht verkaufter Kleidungsstücke lagen im März 2009, zum Amtsantritt von Mäder, 12 Mio Teile an Lager, die älter als 18 Monate waren. Damit waren 30% des Bestands als "überschüssige Altware" zu betrachten. Bis Ende 2009 wurde dieser Bestand um rund zwei Drittel abgebaut.
Die Kosten für die Ausverkaufspreise: Der Bruttogewinn 2009 wurde um rund 40 Mio CHF geschmälert. Daher schrieb Charles Vögele 2009 einen Verlust von 13,7 Mio CHF, nach einem Gewinn von 12,3 Mio CHF im Vorjahr. Der Nettoumsatz sank um 3,9% auf 1'310 Mio CHF.
Der verbleibende Abverkauf des alten Warenlagers wird die Gewinnrechnung auch im ersten Quartal 2010 belasten. Er rechne mit einer Schmälerung des Bruttogewinns um weitere 15 Mio CHF, sagte Finanzchef Markus Voegeli zu AWP.
PHILOSOPHIEWECHSEL UND SCHNELLE SORTIMENTWECHSEL
Ab Ende März 2010 wird Charles Vögele keine Ware mehr an Lager haben, die älter als 18 Monate ist, versprach Mäder. Er sprach von einem längst fälligen Philosophiewechsel und kritisierte indirekt auch das alte Management: "Ohne Konzernumbau und Änderung der Abverkaufsstrategie wäre es in zwei Jahren schon wieder zur Katastrophe gekommen", zeigte er sich überzeugt. Denn seine Vorgänger hätten bereits 2002 Abschreibungen auf das Warenlager vorgenommen, ohne aber das Ruder herumzureissen.
"Die Prozesse bei Charles Vögele müssen geändert werden", sagte der CEO. So will Mäder den Kollektionsrhythmus auf acht von vier pro Jahr verdoppeln und die "Time-to-market" auf sechs Wochen verkürzen. Neue Sortimentsgruppen wie Unterwäsche, Socken und Accessoires sollen zusätzliches Wachstum bringen.
Mit Accessoires sollten beispielsweise in Zukunft 10% des Umsatzes erwirtschaftet werden können. Ferner soll der Bestand an "never out of stock"-Waren, beispielsweise weisse Hemden, auf 15% verdoppelt werden. 2011 will Charles Vögele ferner in den Hauptmärkten Schweiz, Deutschland und Österreich mit einem Online-Shop an den Start gehen.
Mit dem Unternehmensumbau werden den einzelnen Ländergesellschaften auch Aufgaben weggenommen. Die Kollektionen für die rund 850 Charles-Vögele-Läden in neun Ländern etwa werden künftig zentral zusammengestellt. Die Zahl der Kleiderlager und Distributionszentren wird von 20 auf drei reduziert.
OSTEUROPA-EXPANSION LIEGT AUF EIS
Ein neues Ladenkonzept schliesslich soll wieder mehr Käufer in die Shops ziehen. Im laufenden Jahr werde Charles Vögele vorab in der Schweiz, Deutschland und Österreich 20 bis 30 neue Filialen eröffnen. Die Zahl der Schliessungen unrentabler Standorte werde etwa gleich hoch ausfallen.
Die Osteuropa-Expansion wird hingegen nur noch zögerlich vorangetrieben. "Wenn wir heute entscheiden müssten, würden wir nicht mehr nach Ungarn gehen", sagte Finanzchef Voegeli. Das Osteuropa-Geschäft - Charles Vögele ist in Slowenien, Ungarn, Tschechien und Polen präsent - war auch 2009 defizitär. Einzig die neun Läden in Polen sind profitabel.
ZWEISTELLIGE EBITDA-MARGE BIS 2013
Zwar dürften sich die Rahmenbedingungen im Textilmarkt 2010 noch nicht merklich verbessern, das Unternehmen sei aber zuversichtlich, bereits im laufenden Jahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Die EBITDA-Marge soll mittelfristig wieder auf 10% steigen. Diese Schwelle werde wohl im Laufe des Jahres 2012 erreicht. Das erste volle Geschäftsjahr mit einer zweistelligen EBITDA-Marge werde 2013 sein.
Die Aktie von Charles Vögele steigt in einem schwachen Gesamtmarkt um 1,1%. Analysten finden für den Ausblick und die sehr solide Bilanz lobende Worte.
ra/ps

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